Soziale Netzwerke im Büro Zeit sparen und drauflos plaudern

Netzwerke sparen Zeit: Wer soziale Netzwerke nutzt, kann damit auch Zeit sparen. Zum Beispiel, wenn er auf der Suche nach Geschäftskontakten ist. "In Netzwerken wie Xing kann gezielt nach Stichwörtern gesucht werden", erklärt Hofert. "Und der Zugriff auf die Kontakte meiner Kontakte ist schon toll." Oft findet sich dort genau der gesuchte Experte aus dem Marketing oder der Vertriebs-Manager aus dem Medizintechnikbereich, auf den man sonst nie gestoßen wäre.

Netzwerke sind offen: Netzwerke erwecken den Eindruck, der Nutzer wende sich an ein begrenztes Publikum, seine "Follower" oder bestätigten Kontakte. Der Nutzer glaube, es sei etwas Persönliches und vergesse, dass sein Publikum oft viel größer ist, warnt Jan-Hinrik Schmidt. "Es kann zum Beispiel sein, dass jemand einen Firmennamen googelt und so einen bestimmten Eintrag in einem Netzwerk findet." Auf diese Weise könne es passieren, dass jemand etwas erfährt, das er eigentlich nicht erfahren sollte.

Nie drauflos plaudern: Wem egal sein kann, was Kollegen, Vorgesetzte oder Geschäftspartner über ihn denken, braucht sich keine Sorgen machen. Für alle anderen gilt die Faustregel: In sozialen Netzwerken sollte man nichts über sich verbreiten, was am Arbeitsplatz keiner wissen darf. "Dafür gibt es keine klare Definition", sagt Schmidt. "Dem einen ist es schon peinlich, wenn die Kollegen erfahren, dass ich Faustball spiele, der andere hat keine Probleme damit, dass die Mitarbeiter seine sexuellen Vorlieben kennen." Eine gute Leitfrage sei aber: "Bin ich damit einverstanden, dass mein Chef darüber Bescheid weiß?"

Kein rechtsfreier Raum: Manche glauben, ihre Äußerungen auf Facebook oder in Xing seien so privat wie zu Hause im Wohnzimmer. Dort darf über den Chef hergezogen werden. "Soziale Netzwerke gehören aber nicht zur Privatsphäre", warnt Nathalie Oberthür. Wer sich abfällig äußert, kann unter Umständen wegen Beleidigung belangt werden. "Das sollte sich jeder bewusst machen."

Das Private ist beruflich: Mancher Arbeitgeber würde die private Nutzung von Netzwerken am Arbeitsplatz am liebsten verbieten. Aber das ist kaum realistisch: "Es lässt sich oft nicht klar abgrenzen, was eindeutig beruflich relevant ist und was nur am Rand", sagt Jan-Hinrik Schmidt. "In der modernen Arbeitswelt verschwimmen Privates und Berufliches immer mehr." Statt strenger Regeln, die kaum zu überwachen wären, seien Richtlinien wie in "Social Media Guidelines" besser. Sie legen fest, was erwünscht ist und was nicht.

Mehrgleisig fahren: Wer Probleme damit hat, Berufliches und Privates in sozialen Netzwerken zu trennen, kann separate Nutzerkonten verwenden: "Mich hindert ja nichts daran, in dem einen nur Kontaktanfragen aus meinem beruflichen Umfeld zuzulassen und in dem anderen nur solche aus meinem privaten", sagt Schmidt. "Wenn sich das trennen lässt, finde ich das eine gute Strategie. Dann hat man in der Hand, was man wem preisgibt."

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