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Smarter im Büro:Weg von der Süßigkeitenschublade

Ernährung

Die lose Serie "Smarter im Büro" beschäftigt sich mit dem Arbeitsalltag von Büroangestellten - und seiner Optimierung.

(Foto: Illustration: Yinfinity)

Der gemeine Schreibtischtäter verbrennt viel weniger Kalorien, als er denkt. Auf welche Ernährung Büroangestellte achten sollten.

SZ.de: Frau Gahl, was ist der häufigste Fehler, wenn Sie an die Ernährung von Büroarbeitern denken ?

Antje Gahl: Die meisten überschätzen ihren Energiebedarf. Weibliche Büroangestellte verbrennen durchschnittlich 1800 Kilokalorien, ihre männlichen Kollegen etwa 2300 Kilokalorien pro Tag. Bei diesen Werten gehen wir von einer geringen körperlichen Aktivität aus. Menschen, die zwar beruflich den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, sich aber in ihrer Freizeit viel bewegen, haben einen entsprechend höheren Energieumsatz.

Die Expertin

Antje Gahl ist Diplom-Ökotrophologin und Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Das ist nicht viel.

Stimmt. Bedenken Sie: Schon allein eine Butterbrezel hat zwischen 300 und 400 Kalorien, ein Plunderteilchen rund 400. Wir haben die Qual der Wahl: Bringen wir uns etwas zu essen von zu Hause mit, essen wir in der Kantine oder holen wir uns schnell was beim Bäcker? Egal, wie wir diese Frage beantworten, entscheidend ist, dass wir bewusst auswählen, was wir essen und das in unserer täglichen Kalorienbilanz dazu zählen.

Beispiel Kantine: Was ist die beste Wahl?

In den meisten Kantinen herrscht ein großes Angebot. Ich rate dazu, sich am Anfang der Woche den Speiseplan anzuschauen und zu überlegen, was man an welchem Tag isst. Über die Tage hinweg sollte viel Abwechslung drin sein. Fleisch braucht der Mensch längst nicht jeden Tag und mit frischem Salat und viel Gemüse macht man generell auch nichts falsch. Es gibt allerdings auch Kalorienfallen, die man kennen sollte.

Welche sind das?

Salatdressing ist eine davon. Ich würde einem "Thousand-Island-Dressing" immer ein Joghurt-Dressing vorziehen. Auch Essig und Öl, das man selbst dosieren kann, ist eine gute Alternative. Außerdem ist die Menge wichtig. Ein Salat muss nicht mit Soße ertränkt werden. Eine weitere Falle sind frittierte Mahlzeiten. Fett und Panade erhöhen die Kalorienzahl eines Gerichts unnötig.

Finden sich diese Fallen auch in den Bäckervitrinen?

Natürlich. Dass Kuchen und süße Teilchen zu viele Kalorien haben, ist den meisten Leuten klar. Aber was viele übersehen, ist, dass zum Beispiel Brötchen oft viel zu dick belegt sind. Dazu kommt dann noch großzügig Mayonnaise.

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