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Selbstdarstellung im Beruf:"Authentizität darf keine Ausrede sein"

Die Optik muss also stimmen - und der Inhalt? Kann ich mir auch im Gespräch ein Image aufbauen?

Man muss erst mal die Chance für ein Gespräch bekommen! Wer mit Kleidung und Körpersprache nicht überzeugt, erhält vielleicht nie die Möglichkeit, mit seinen Themen zu punkten. Ist die Hürde des ersten Eindrucks genommen, kann man natürlich versuchen, sich beim Smalltalk zu profilieren, beispielsweise als gut informierter Mensch. Allerdings sollte man seine Erkenntnisse nicht allzu sehr herauskehren, sonst hat man am Ende das Image eines Besserwissers.

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So nicht, Chef!

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Wirkt es nicht aufgesetzt, wenn man versucht, einen ganz bestimmten Eindruck zu erwecken?

Die Gefahr ist da, ja. Authentizität wird in unserer Gesellschaft großgeschrieben: Jeder von uns nimmt zwar verschiedene Rollen ein - aber niemand will so wahrgenommen werden, als würde er eine Rolle spielen. Insofern ist es wichtig, man selbst zu bleiben, sich nicht für ein Image zu verbiegen. Allerdings sollte Authentizität auch keine Ausrede dafür sein, sich gegen alle Berufsstandards zu sperren, nach dem Motto: Das bin ich einfach nicht! Wer seine Individualität über die Erwartungen der anderen stellt, wird beruflich nicht vorankommen.

Apropos Erfolg: Es heißt, man solle sich nicht für den Job kleiden, den man hat - sondern für den, den man haben möchte.

Das ist ein kluger Satz. Allerdings sollte man bei der Umsetzung Fingerspitzengefühl beweisen. Nehmen wir an, ich habe einen Chef, der keinen allzu großen Wert auf Kleidung legt, der seine eigene Position nicht durch seine Garderobe unterstreicht. Wenn ich mich besser anziehe als dieser Vorgesetzte, kann es sein, dass mir das nicht den angestrebten Posten einbringt, sondern im Gegenteil Minuspunkte. In Büroberufen ist es grundsätzlich aber schon clever, sich ein bisschen besser als nötig anzuziehen.

Aber ein Anzug macht doch noch keinen Chef.

Hier kommt einem wiederum das Schubladendenken der Menschen zugute, die einen Anzug mit Krawatte oder ein Businesskostüm eher mit einer Führungsposition in Verbindung bringen. Wenn man die noch nicht hat, signalisiert eine entsprechende Aufmachung im besten Fall: Da möchte jemand weiterkommen. Außerdem sollte man nicht vergessen, welche Wirkung die eigene Kleidung auf einen selbst hat. In Untersuchungen hat man festgestellt, dass Menschen im Telefonverkauf, die ihre Arbeit im Jogginganzug erledigen - weil sie ja keiner sieht - weniger erfolgreich sind als ihre Kollegen, die angezogen sind, als würden sie im Büro arbeiten.