Unter Kollegen: Blender im Büro:Gut geblufft ist halb befördert

Jahrelange Berufserfahrung im Ausland, vernetzt mit allen Vorgesetzten und immer im Stress: Ihre Kollegen sind Ihnen karrieretechnisch überlegen? Von wegen! Gut möglich, dass Sie lauter Hochstapler um sich haben. Wir verraten ihre Tricks.

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Quelle: Bloomberg

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Das sollen Sie glauben: Ihr Kollege verfügt über mehrjährige Berufserfahrung in New York, Shanghai und Buenos Aires. Das lässt er gerne in Gespräche einfließen ("Damals in New York haben wir das so geregelt") - und es steht natürlich auch in seinem Lebenslauf.

Das ist der Bluff: Ihr Kollege hat mit 19 ein dreimonatiges Praktikum in New York gemacht, hat einen Freund in Shanghai und war im Urlaub mal in Buenos Aires. Zu allen drei Städten kann er ein bisschen was erzählen. Und wie groß ist schon der Unterschied zwischen einem Praktikum und "Berufserfahrung"?

Messe 'Munich Fashion Men', 2010

Quelle: Alessandra Schellnegger

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Das sollen Sie glauben: Ihr Kollege ist unglaublich wichtig. Er hetzt schon früh am Tag ins Büro, um sein horrendes Arbeitspensum auch erfüllen zu können. Und am Abend geht er direkt zu einem wichtigen Abendessen mit Geschäftskunden - oder gar dem Vorgesetzten.

Das ist der Bluff: Ihr Kollege hetzt den ganzen Tag durchs Büro. Gerne macht er besonders laute, große Schritte, damit jeder merkt, wie bedeutend und gestresst er gerade ist. Und immer - wirklich immer - trägt er frisch polierte Designerschuhe und eine wuchtige Uhr am Handgelenk. Keine Pseudobusiness-Schuhe oder Swatch! Dann wirkt der ganze Zauber nicht.

RUHRGAS BERGMANN

Quelle: DPA/DPAWEB

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Das sollen Sie glauben: Ihr Kollege springt von einem wichtigen Meeting ins nächste, ohne seine Unterlagen ist keine Konferenz im Haus möglich.

Das ist der Bluff: Ihr Kollege geht einfach gerne spazieren. Damit das auch möglichst nach Arbeit aussieht, trägt er im Büro immer einen Stapel Akten unterm Arm.

Kabinett

Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

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Das sollen Sie glauben: Ihr Kollege ist unvergleichlich kompetent. In jedem Meeting hat er etwas zu sagen - zu allem. Seine Meinungen sind stets klar und präzise formuliert und originelle Ideen fliegen ihm scheinbar zu.

Das ist der Bluff: Ihr Kollege weiß, wie er etwas sagen muss - was, ist dann schon fast egal. Er formuliert selbst die trivialste Erkenntnis möglichst präsidial. Was wichtig klingt, kommt auch wichtig rüber.

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Quelle: SZ

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Das sollen Sie glauben:  Auf seinem Schreibtsich türmen sich die Aktenberge: Ihr Kollege hat so viel zu tun, dass er überhaupt nicht fertig wird mit der ganzen Arbeit.

Das ist der Bluff: Ihr Kollege stapelt unwichtige Akten. Die schichtet er einfach regelmäßig um, damit sie nicht einstauben und immer wieder anders aussehen.

geschäftsmann

Quelle: iStockphoto.com

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Das sollen Sie glauben: Ihr Kollege ist unabkömmlich. Nahezu minütlich erreichen ihn wichtige Nachrichten per SMS, die sich mit einem kleinen Klingeln auf seinem hypermodernen Smartphone bemerkbar machen. Ohne das Gerät verlässt er niemals seinen Schreibtisch.

Das ist der Bluff: Ihr Kollege hat sein Handy so programmiert, dass es nicht nur SMS sondern auch jede einzelne E-Mail im Postfach mit einem Signalton ankündigt. Das klingt gleich viel beeindruckender.

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Quelle: dpa

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Das sollen Sie glauben: Ihr Kollege arbeitet nahezu rund um die Uhr. Wenn Sie morgens kommen, ist er schon da. Wenn Sie nach Hause gehen, bleibt er noch, um zu arbeiten.

Das ist der Bluff: Ihr Kollege lässt abends einfach seine Schreibtischlampe brennen und den Computer an. Manchmal stellt er noch einen halbvollen Becher Kaffee dazu und lässt sein Jackett über dem Stuhl hängen, damit das Stillleben überzeugend den Eindruck vermittelt, er sei noch da. Oder er bleibt einfach immer so lange, bis Sie Feierabend machen ("Ich mach das schnell noch fertig") - und verlässt das Büro fünf Minuten nach Ihnen.

Red Bull Cola

Quelle: dpa

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Das sollen Sie glauben: Ihr Kollege hängt sich wirklich rein. Er tut alles, um rund um die Uhr Höchstleistungen zu bringen, jedes legale Büro-Doping ist ihm recht.

Das ist der Bluff: Ihr Kollege hat einfach immer ein paar leere Dosen Red Bull auf seinem Schreibtisch stehen.

Finger am PC Banker

Quelle: Klaus Ohlenschlaeger, iStockphoto

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Das sollen Sie glauben: Ihr Kollege verlässt mit dem Firmenlaptop abends das Büro: Er muss bis in die Nacht hinein noch ein paar dringende Aufgaben erledigen.

Das ist der Bluff: Ihr Kollege nimmt zwar jeden Abend sein Notebook mit nach Hause. Aber dort stellt er es ganz schnell hinter der Haustür ab.

Wo wir - außer im Büro - noch mehr Blendern begegnen, schreiben Christian Saehrendt und Steen T. Kittl in ihrem Buch Alles Bluff!, erschienen 2011 im Heyne-Verlag.

© sueddeutsche.de/holz/dd/bgr
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