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Portal zur Bewertung von Praktika:Rachsüchtige Praktikanten

SZ: Läuft so ein Forum nicht Gefahr, dass sich jemand nur rächen will für etwas; oder sogar Firmen ihren Konkurrenten online eins auswischen?

Pütz: Prinzipiell ist diese Gefahr natürlich da. Wir können das aber eingrenzen, von einem E-Mail-Account kann zum Beispiel nur eine limitierte Zahl von Berichten versendet werden. Und jede Bewertung wird überprüft, es dürfen keine Beschimpfungen dabei sein, Kollegen namentlich genannt oder Betriebsgeheimnisse ausgeplaudert werden. Die Rückmeldungen der Arbeitgeber sind übrigens positiv. Man kann das für Qualitätsmanagement nutzen und sehen, wenn es irgendwo hapert. Bei internen Feedback-Bögen lügen Praktikanten oft, ich kenne das aus persönlicher Erfahrung. Denn solche Bewertungen füllt man meist aus, bevor man sein Zeugnis bekommt.

SZ: Das Portal ist auch eine Geschäftsidee: Wie wird es finanziert und können Sie schon rentabel damit arbeiten?

Pütz: Bisher haben wir das privat finanziert, also unsere Ersparnisse zusammengekratzt, um das Konzept zu verwirklichen. Inzwischen gibt es auch Anzeigen auf der Seite - allerdings welche mit Nutzwert für den User. Firmen können Profile veröffentlichen, Videos, Fotos, die Firmengeschichte oder Interviews mit ihren Personalern - alles aber ohne Einfluss auf die Bewertungen. Das deckt momentan gerade so die laufenden Kosten für den Betrieb der Seite. Es könnte natürlich ein gewinnbringendes Projekt mit unserer eigenen Firma werden, wenn es weiter wächst. Praktika haben wir jedenfalls im Laufe unserer Studienlaufbahn schon genügend gemacht.