Methoden für den Erfolg "Was jetzt kommt, ist sehr wichtig"

Berater arbeiten unter hohem Zeitdruck. Sie müssen Wichtiges von Unwichtigem schnell unterscheiden. Diese vier Prinzipien helfen ihnen dabei.

Von Larissa Holzki

Mit Mitte zwanzig erfahrene Fach- und Führungskräfte zu beraten, ist für Beratungsneulinge eine Herausforderung. Sie müssen sehr schnell recherchieren, abstrahieren und vermitteln können. In den meisten Consulting-Firmen werden sie damit aber nicht alleingelassen, sondern lernen in verschiedenen Trainings Methoden und Techniken kennen. Diese vier empfehlen Berater besonders.

Das aktive Zuhören

Ein guter Berater hört erst mal zu und stellt dann Fragen. "Man muss so lange nachbohren, bis man das Problem verstanden hat. Sonst kommt man zu einer Lösung, die auf einem falschen Verständnis beruht", sagt der Ex-Berater Karsten Sauer. Auf keinen Fall dürfe man dem Kunden das eigene Verständnis der Situation aufdrängen. Damit der sich auch verstanden fühlt, sei aktives Zuhören wichtig. "Der Kunde liebt es, wenn seine Formulierungen verwendet werden. Wenn man die aufgreift, fühlt er sich verstanden und in sicheren Händen", sagt Sauer.

Der 80/20-Ansatz

Berater arbeiten ständig unter Zeitdruck und können gar nicht alle Unterlagen und Daten sichten, die ihnen zur Verfügung stehen. Einsteiger müssen deshalb schnell lernen, zu priorisieren und sich die Zeit richtig einzuteilen. Wenn Panik aufkommt, hilft der 80/20-Ansatz, den die Boston-Consulting-Beraterin Stephanie Wegener und ihre Co-Autoren in ihrem "Consulting Survival Guide" erklären: "Typischerweise kann in 20 Prozent der Zeit, die für ein perfektes Ergebnis notwendig wären, ein Ergebnis mit 80 Prozent Qualität erzielt werden." Wer von Anfang an 100 Prozent anstrebe, habe keine Zeit mehr zu schlafen. Deshalb gilt: Nicht jede Zeile lesen, sondern sich überlegen, welche Informationen wirklich wichtig sind, und darauf die Dokumente durchsuchen. Vielleicht reicht das am Ende sogar aus, und wenn nicht, kann gezielt nachrecherchiert werden.

Die 5-5-5-Regel

Häufig geht bei der Vorbereitung einer Powerpoint-Präsentation zu viel Zeit für die Gestaltung der Folien drauf. Zum Schluss fehlt die Zeit, den Vortrag noch mal einzustudieren. Stephanie Wegener und ihre Mitautoren empfehlen in ihrem Überlebensratgeber, Präsentationen immer laut zu üben. Das Minimum für den Notfall: die 5-5-5-Regel. Fünf Minuten, um die Einleitung zu üben, fünf Minuten für die Übergänge der Folien und fünf Minuten für den Ausstieg. Zu Beginn und am Ende bekommen die Vortragenden am meisten Aufmerksamkeit. Zwischendrin müssen Kernbotschaften besonders deutlich hervorgehoben werden: "Was jetzt kommt, ist sehr wichtig, nämlich ..."

Die Elmo-Karte für Diskussionsrunden

Als Consultant lernt man, sich nicht zu verzetteln und in Teambesprechungen auf den Punkt zu kommen. Der Beratungsaussteiger Karsten Sauer ist heute bei der Deutschen Bahn als Programmmanager tätig und versucht dort mit einer speziellen Methode, sein Team zum zielstrebigen Diskutieren anzuhalten: "Jeder Teilnehmer hat eine Elmo-Karte in Greifweite. Da kann der Schriftzug drauf sein, ich habe aber auch schon mal Bilder von Elmo aus der Sesamstraße ausgedruckt. Elmo steht für ,Enough - let's move on' (Genug, lasst uns weitermachen). Die Karte wird gehoben, wenn sich das Gespräch gefühlt im Kreis dreht oder abdriftet." Sehen die anderen Teilnehmer das genauso, geht es wieder zurück zum Thema. Denn: "Wenn man nicht aufpasst, gewöhnt man sich die Endloslaberei an."

Schafft die Powerpoint ab

Hundert Stunden im Jahr basteln Berufstätige an den Folien herum. Spätestens jetzt steht fest: Sie sind der größte Irrsinn der Arbeitswelt. Kommentar von Larissa Holzki mehr...