Job-Kolumne: Flurfunk Gute Fragen, schlechte Löhne und anonyme Geschlechtsteile

Viele Menschen verbringen ihre Tage zwischen Schreibtisch, Kaffeeautomat und Kantine. Wir stellen jede Woche nützliche Tipps, interessante Studien und skurrile Neuigkeiten aus dem Arbeitsleben vor.

Von Christina Waechter

Rise and Shine

Das Internet: Kann alles, weiß alles und ist bis obenhin randvoll mit Katzenbildern. Bisweilen hilft es uns auch dabei, bessere Menschen zu werden. Zum Beispiel auf der Website My Morning Routine: Dort erzählen kreative, erfolgreiche, und zumeist grundsympathische Menschen, wie sie den Teil des Tages gestalten, der angeblich der wichtigste für die Produktivität ist.

Wer produktiv sein will, sollte die Morgenstunden nutzen. Manchmal sieht der Himmel dann sehr hübsch aus. Oft aber auch nicht.

(Foto: dpa)

Einzige Einschränkung: für Menschen mit (Klein-)Kindern sind 90 Prozent der Morgenrituale nicht anwendbar. Für die heißt es stattdessen: Plötzliches Erwachen im Morgengrauen, weil einem unerklärlicherweise ein Kind auf dem Gesicht steht, bis in die Dusche von eben diesem verfolgt werden und zum Frühstück gibt es alles, was aus dem Mund des Nachwuchses gefallen ist. Vorteil dieses Modells: Man wird nie, nie, nie wieder verschlafen.

Doping für den Allnighter

Dass nicht alles zum Besten steht mit unserer Einstellung zur Arbeit hat in dieser Woche wieder einmal eine Studie ergeben. Der Gesundheitsreport 2015 der Krankenkasse DAK hat untersucht, wie die Deutschen sich für den Job fit machen. Das Ergebnis: Etwa drei Millionen Arbeitnehmer betreiben Hirndoping am Arbeitsplatz. Keine gute Idee, sagt die Expertin.

Nachrichten aus dem Mittelalter

Opa, wie war das eigentlich, als es Google noch nicht gab und man dringliche Fragen anderweitig beantworten musste? Auch da gab es Menschen, die interessante Dinge wissen wollten. Wie zum Beispiel: Können Mäuse kotzen? Wie lange lebt eine Augenbraue? Gibt es auf die Bibel ein Copyright? Wie konnten die Leute einkaufen, als es noch keine Papiertüten gab?

All diese Fragen wurden den Experten der New Yorker Bibliothek gestellt - entweder persönlich oder am Telefon. Und die Bibliothekare versuchten, die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten, am liebsten sofort. Auf dem Instagram-Feed der New York Public Library kann man diese und weitere herzzerreißend schöne Fragen aus dem vordigitalen Zeitalter lesen.

Warte kurz, ich schau schnell ...

Ist Ihr Schreibtisch zu unordentlich? Wissen Sie jetzt auch nicht genau? Hier ein Tipp, wie man herausfindet, ob man mal wieder Ordnung ins Chaos bringen sollte: Fragt ein Kollege nach einem Dokument und Sie müssen so lange suchen, dass es peinlich wird, sollten Sie möglicherweise doch einmal aufräumen.

Bundespräsident Joachim Gauck macht's dem deutschen Volk vor: So hat ein ordentlicher Schreibtisch auszusehen.

(Foto: dpa)

Freitag ist Zahltag

Am Freitag ist nicht nur partielle Sonnenfinsternis (sollten Sie noch Sonnenfinsternis-Brillen von 1999 im Keller haben - jetzt wäre die Chance, sehr schnell sehr reich zu werden), sondern auch der jährliche Equal Pay Day.

Dieses Datum markiert den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen in Deutschland "umsonst" gearbeitet haben, weil sie im Schnitt 22 Prozent weniger verdienen als Männer. Der Tag wird in den USA seit 1966 begangen, in Deutschland wurde er 2008 eingeführt. Und jetzt raten Sie mal, was sich seither getan hat ... Hahaha. Genau.

Iss das!

In der vergangenen Woche über Kollegen, Partner oder gar (schluck!) den Vorgesetzten geärgert? Keine Lust, dem Lieblingsfeind wie alle anderen einen Umschlag nerviges Glitzerkonfetti zu schicken? Auch im ausgewachsenen Alter noch Sinn für pubertäre Späße? Dann hätten wir genau das Richtige für Sie: Eat a Bag of Dicks. Ein Versand-Handel, der ganz anonym eine Tüte voller kleiner Gummi-Pimmel versendet mit der Aufforderung, ebenjene zu verspeisen. Rache wird bekanntlich kalt und in Penisform serviert.

Der eine schickt seinen Feinden Glitter, der andere bevorzugt direktere Botschaften.

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