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Job:Welches Frauen-Netzwerk passt zu mir?

Frauen Netzwerke Unsplash

"Netzwerke machen die Leistungen von Frauen sichtbarer. Sie sind oft sehr gut in ihrem Job, aber niemand bekommt es mit", sagt Tijen Onaran, die selbst eins gegründet hat: die Global Digital Women.

(Foto: Priscilla Du Preez/Unsplash)

Männer nutzen häufiger ihre Kontakte, um Karriere zu machen. Doch die Frauen holen auf. PLAN W stellt fünf Netzwerke vor - für Gründerinnen, Mütter oder Digitalbegeisterte.

Netzwerken, das klingt für viele Menschen immer noch nach verkrampftem Small Talk bei Sekt und Schnittchen und nach Bittstellerei. Es fällt vor allem Frauen schwer, sich gezielt mit anderen Menschen zu umgeben, um gemeinsam im Job voranzukommen. Das zeigen Studien, unter anderem von der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden. Mit der Hilfe von Kontakten Karriere zu machen, hat für viele immer noch den Anschein von Klüngelei.

Dabei sind Netzwerke eine zutiefst menschliche Angelegenheit: Man trifft sich, unterhält sich, motiviert sich gegenseitig und gibt einander Rat. Und wenn mal ein Posten zu vergeben ist, dann denken wahrscheinlich alle am ehesten an die Menschen, die sie bereits kennen und sich gut in der Position vorstellen können. Auch deshalb wird längst nicht jede freie Stelle ausgeschrieben. "Netzwerke machen die Leistungen von Frauen sichtbarer. Sie sind oft sehr gut in ihrem Job, aber niemand bekommt es mit", sagt Tijen Onaran, die ein Buch übers Netzwerken geschrieben und selbst eins gegründet hat: die Global Digital Women. Sie rät Frauen, an andere Menschen heranzutreten, deren Themengebiete sie spannend finden und mit denen sie sich inhaltlich austauschen möchten. "Das fällt vielen leichter als Small Talk", sagt Onaran.

BPW: die Traditionellen

Mission: Vor fast 90 Jahren von einer US-Juristin gegründet, gehört die internationale Organisation Business and Professional Women (BPW) neben den Soroptimistinnen zu den etabliertesten Frauennetzwerken. Die BPW setzen sich unter anderem für mehr Frauen in leitenden Positionen ein. Außerdem initiierten sie in Deutschland den Equal Pay Day. "Frauennetzwerke sind wichtig, um an Informationen zu kommen, gemeinsam Ideen zu spinnen und um in neuen Städten Anschluss zu finden", sagt Birte Siemonsen, Vizepräsidentin der BPW Germany.

Menschen: Die BPW richten sich an alle berufstätige Frauen, an Mütter in Elternzeit und an aktive Seniorinnen. Der deutsche Dachverband ist in rund 35 regionale Clubs unterteilt, die Netzwerktreffen, Seminare und ein Mentoringprogramm organisieren. Das Netzwerk Young BPW bringt darüber hinaus Frauen bis 35 zusammen.

Mitgliedschaft: Interessierte können sich online oder direkt bei einem Club in ihrer Region bei den BPW anmelden. Der Jahresbeitrag unterscheidet sich von Club zu Club, liegt aber meist bei rund 150 Euro. www.bpw-germany.de

PANDA: die Chefinnen

Mission: Weil es ähnlich wenige Frauen in leitenden Positionen wie Pandas gibt, hat sich das Netzwerk für Führungsfrauen nach dem vom Aussterben bedrohten Bären benannt. "Unser Ziel ist es, dass Frauen in gleicher Weise an Entscheidungen beteiligt sind wie Männer", sagt Co-Gründerin Isabelle Hoyer.

Menschen: PANDA richtet sich vor allem an Chefinnen, aber auch an Frauen, die etwa in einem eigenen Projekt erste Führungserfahrung sammeln konnten. Die Frauen tauschen sich auf Events und einer Online-Mitgliederplattform aus und können an sogenannten Contest-Events teilnehmen. Dabei lösen sie in Teams gemeinsam Aufgaben und versuchen, die anderen von ihrer Idee zu überzeugen.

Mitgliedschaft: Um bei PANDA mitzumachen, können sich Frauen für die Contest-Events bewerben, die das Netzwerk gemeinsam mit Firmenpartnern ausrichtet. Oder sie reichen ihre Bewerbung direkt auf der Website ein. Durch den Bewerbungsprozess möchte Hoyer die Motivation der Frauen sicherstellen, sich mit "anderen ambitionierten Führungsfrauen zu vernetzen und auszutauschen". Die Mitgliedschaft kostet nichts. www.we-are-panda.com

Xing, Linkedin und Co.

Wie man mit Netzwerken Karriere macht

Global Digital Women: die analog verliebten Digitalen

Mission: Die Global Digital Women (GDW) starteten vor vier Jahren als Stammtisch von Frauen aus der Berliner Digitalbranche und existieren seit zwei Jahren als international angelegtes Netzwerk.

Menschen: Gründerin Tijen Onaran leitet die GDW gemeinsam mit ihrem Mann Marco Duller-Onaran, "ganz im Sinne von New Work als Tandem", wie sie sagt. Die beiden möchten Gestalterinnen aus der Digitalbranche ansprechen - nicht nur Chefinnen, sondern auch Nachwuchskräfte. "Unser Ziel ist es, dass sie mit dem Netzwerk wachsen", sagt Onaran. Die meisten Global Digital Women sind zwischen 25 und 55. Sie treffen sich ganz analog zu After-WorkTreffen in sieben deutschen Städten, in London, in Österreich, in der Schweiz und in den USA und vernetzen sich über soziale Medien.

Mitgliedschaft: Die GDW sind kein Verein, sondern eine Firma, die sich über Kooperationspartnerschaften mit Unternehmen finanziert und Konzerne zum Thema Vielfalt berät. Die Mitgliedschaft ist kostenlos. www.global-digital-women.com