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Deutsche Hochschulen im Ausland:Abschluss made in Germany

Praxisnah und gut: Das Modell der deutschen Fachhochschule ist mittlerweile auf der ganzen Welt gefragt. Davon profitieren nicht nur die Studenten vor Ort, sondern auch die deutsche Wirtschaft.

Autos, Kühlschränke, Bohrmaschinen - das Siegel "Made in Germany" zieht noch immer. Und zu den ganzen Gütern, die Deutschland in die weite Welt exportiert, zählt seit geraumer Zeit auch eine weitere deutsche Besonderheit: die Fachhochschule.

German Jordanian Universtiy Amman Jordanien GJU

Das Modell "deutsche Fachhochschule" hat auch in Amman Einzug gefunden: An der German-Jordanian University werden Studenten praxisnah und mit Deutschlandbezug ausgebildet.

(Foto: Bastian Ehl)

Etwa 60 Studienangebote im Ausland, von einzelnen Studiengängen bis hin zu kompletten Hochschulen, sollen das deutsche Ausbildungsmodell in die Welt tragen. Antalya, Kuala Lumpur oder Jerewan in Armenien - überall ist ein Teil des deutschen Bildungsentwurfs vertreten.

Eines dieser Projekte ist die 2004 entstandene German-Jordanian University (GJU) in der jordanischen Hauptstadt Amman. Sie ist zwar eine staatliche jordanische Uni, gewachsen ist sie jedoch aus einer Initiative zwischen der Bundesregierung und dem Haschemitischen Königreich.

In zwei Kulturen zu Hause

Mit der GJU hat das Prinzip Fachhochschule auch Einzug in Jordanien gefunden: Die Lehrpläne der vornehmlich technischen und betriebswirtschaftlichen Studiengänge kommen aus Deutschland, Deutsch ist Pflicht-Fremdsprache, ein Drittel aller Mitarbeiter sollen bald aus Deutschland kommen und wie an deutschen FHs üblich, sollen die Professoren Praxiserfahrung haben.

Und noch eine Besonderheit gibt es: Ein Auslandssemester in Deutschland und ein Praktikum in einem deutschen Unternehmen sind obligatorisch. Dieses Konzept lockt Studenten an. "Wir haben 2005 mit etwa 100 Studenten angefangen, mittlerweile sind es 1700. Die Universität wächst kontinuierlich", erklärt Christof Mühlberg, der das Projektbüro an der Hochschule Magdeburg-Stendal, sozusagen die deutsche Vertretung der GJU, leitet und den Kontakt zu den deutschen Partnerhochschule und den Wirtschaftsvertretern hält.

Doch nicht nur die jungen Akademiker versprechen sich einen Vorteil von der deutsch-arabischen Ausbildung, Vorteile gibt es auch für die deutsche Wirtschaft. "Unsere Studenten sprechen Arabisch, Englisch und Deutsch und kennen die arabische, aber auch die deutsche Wirtschaftskultur", so Mühlberg. Das mache sie für Personaler besonders interessant.

"Das Interesse der deutschen Wirtschaft ist sehr groß. Sie weiß genau, dass sie an den Universitäten im Ausland gut ausgebildete Leute rekrutieren kann", erläutert Beate Schindler-Kovats, die beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) die Abteilung "Deutsche Hochschulen im Ausland" leitet. Der DAAD unterstützt viele deutsche Bildungsprojekte im Ausland durch finanzielle Förderung, aber auch durch Stipendien für Studierende, die nach Deutschland kommen. "Uns geht es um den partnerschaftlichen Ansatz der Kooperation", so Schindler-Kovats.

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