Bewertung vom Chef So verstehen Sie Ihr Arbeitszeugnis

Der Code, in dem Zeugnisse geschrieben sind, ist trotz zahlreicher Bücher und Beratungsseiten im Internet für den normalen Arbeitnehmer noch immer schwierig zu entschlüsseln. Experten raten, sich nach Erhalt des Zeugnisses in Ruhe hinzusetzen und die vermeintlich gut klingenden Sätze genau durchzulesen. Wer nicht sicher ist, ob alles so gut ist, wie es klingt, sollte die Beurteilung von einer Agentur oder einem Arbeitsrechtsanwalt prüfen lassen.

Muss ich ein Zeugnis akzeptieren?

Alle Angaben auf einem Zeugnis müssen der Wahrheit entsprechen - auch wenn sie in einem Zweifelsfall immer im Sinne des Arbeitnehmer formuliert werden sollen. Kritik kann man vorbringen, wenn man sich ungerecht beurteilt fühlt. Laut einem BGH-Urteil muss das Zeugnis mit Wohlwollen im Interesse des Mitarbeiters erstellt werden - der Arbeitnehmer muss beruflich weiter vorankommen können. Aber: Es darf gleichzeitig nicht dem obersten Grundsatz der Wahrheitspflicht zuwiderlaufen. Drei Kriterien sind wichtig: wahrheitsgemäße, nach sachlichen Maßstäben ausgerichtete und eine nachprüfbare Gesamtbewertung.

Kann man auch noch Jahre nach dem Ausscheiden aus einer Firma ein Arbeitszeugnis verlangen?

Der Arbeitgeber muss die Personalakte eines Mitarbeiters zehn Jahre lang aufbewahren - und die Verjährung für den Zeugnisanspruch sowie für Änderungsanträge beträgt zwischen fünf und zehn Jahre.