Yulia Funk aus Russland, Personalreferentin im Geschäftsbereich Power Tools bei Bosch, Stuttgart:

"Das größte Problem war am Anfang die Sprache. Ich konnte einfache deutsche Sätze verstehen und auch sprechen. Aber plötzlich waren alle E-Mails, Termine und Gespräche beim Mittagessen  auf Deutsch. Die ersten drei Monate fühlte ich mich wie in einem Vakuum. Auch die Kleiderordnung ist hier ein bisschen anders als in Russland. Die High Heels haben deutlich niedrigere Absätze und werden seltener getragen als in Russland. Frauen haben hier viel seltener Röcke an.

An den Gebrauch der Nachnamen musste ich mich erst gewöhnen. In meinem Heimatland nutzen wir vor allem die Vornamen und auch zweite Vornamen in Kombination mit Du oder Sie. Nachnamen werden in Russland als sehr formale Anrede gesehen. Und an eine Sache habe ich mich immer noch nicht gewöhnt:  Daran, dass "jaja" "Nein" bedeutet."

Bild: privat 12. Oktober 2010, 17:462010-10-12 17:46:55 © sueddeutsche.de/joku/bön