Weltrisikobericht 2013:Eurokrise trifft auch die ärmsten Länder

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Daneben gibt es die Länder, bei denen eine Geburtskomplikation in vielen Fällen den Tod für Mutter oder Kind oder auch beide bedeutet. In Afrika und Asien werden weniger als die Hälfte aller Geburten von Ärzten oder ausgebildeten Hebammen begleitet. Auch wenn die Mütter- und Kindersterblichkeit in den vergangenen 20 Jahren deutlich zurückgegangen ist, sind die Folgen der mangelnden Gesundheitsversorgung noch immer verheerend: Jeden Tag sterben weltweit 800 Frauen an vermeidbaren Komplikationen während einer Schwangerschaft oder Geburt. Drei Millionen Neugeborene sterben jährlich, vor allem weil sie zu früh oder bereits unterernährt auf die Welt kommen. Weitere 2,6 Millionen werden tot geboren.

Auch die sehr armen Länder leiden unter der aktuellen Finanzkrise. In vielen Ländern wird ein Großteil der Gesundheitskosten durch Entwicklungshilfe finanziert. Bis zu 50 Prozent beträgt deren Anteil. Doch nun, da etliche europäische Länder selbst in finanzieller Not sind, bleiben diese Zahlungen aus. Nicaragua beispielsweise fehlt sehr viel Geld, weil ein Großteil der Zuwendungen von spanischen Hilfsorganisationen nicht mehr geleistet wird.

Den Weltrisikoindex erstellen jährlich das Bündnis Entwicklung Hilft und die Universität der Vereinten Nationen. Er schätzt ab, wie gefährdet die einzelnen Länder sind, von einer schweren Katastrophe getroffen zu werden. Dabei beziehen die Autoren nicht nur die Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen ein, sondern auch, wie sich die Staaten schützen und wie sie die Unglücke bewältigen können.

Deutschland liegt dieses Jahr auf Rang 146. Als gefährdetstes europäisches Land stuft der Bericht die Niederlande ein (Rang 46). Hier drohen Sturmfluten und Überschwemmungen. Das weltweite geringste Risiko trägt den Berechnungen nach Katar.

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