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Tropenkrankheiten:Resistente Malaria-Erreger zerstören sich selbst

Stechmücke 'Anopheles quadrimaculatus'

Eine Stechmücke "Anopheles quadrimaculatus", die Malaria übertragen kann.

(Foto: dpa)

Neue Hoffnung im Kampf gegen Malaria: Australische Wissenschaftler haben einen Mechanismus entdeckt, der den Übertragungsweg resistenter Parasiten unterbricht. Die Angst sinkt, dass Medikamente eines Tagen nicht mehr wirken.

Malaria ist tückisch. 200 Millionen Menschen infizieren sich jedes Jahr mit der Tropenkrankheit. Doch australische Wissenschaftler haben jetzt Grund zur Hoffnung: Sie haben einen Mechanismus entdeckt, der verhindert, dass sich resistente Erreger vermehren. Ihre Entdeckung ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Malaria.

Wissenschaftler beobachten seit Jahren Resistenzen gegen die Wirkstoffe, zum Beispiel gegen Atovaquone, Bestandteil des bekannten Medikaments Malerone. Die Sorge der Experten: Verbreiten sich diese resistenten Erreger, werden die bislang zugelassenden Präparate schon bald wirkungslos sein.

Tod durch Mutation in einem Protein

Doch jetzt kommt Hoffnung auf: Die gegen den Malariawirkstoff Atovaqone resistenten Parasiten können sich nicht weiterverbreiten, schreibt Christopher D. Goodman von der Universität in Melbourne im Fachmagazin Science. Zwar infizieren die resistenten Parasiten einen Menschen, obwohl er mit Malarone vorgesorgt hat. Doch genau diese Resistenz führt dazu, dass der Parasit stirbt, wenn er bei einem zweiten Stich von einer anderen Mücke wieder aufgenommen wird.

Ursache für das jetzt entdeckte Absterben der resistenten Parasiten ist eine Mutation in einem für die Energiegewinnung wichtigen Gen. Diese Mutation schützt den Parasit zunächst gegen das vom Menschen eingenommene Medikament. Später aber, wenn der Parasit von einer Stechmücke wieder aufgesogen wird, stirbt der Erreger daran.

"Genetische Fallen" im Kampf gegen die Krankheit

Studienautor Goodman bezeichnet den Mechanismus als eine "genetische Falle", die ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Krankheit sei. Die Forscher hoffen nun, dass der Wirkstoff Atovaquone wieder vermehrt zum Einsatz kommt, um Malaria weiter einzudämmen.

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