Surfen:Welle der resistenten Keime

Surfen: Vom Surfen abraten wollen die Forscher trotz der Keimbelastung des Wassers nicht.

Vom Surfen abraten wollen die Forscher trotz der Keimbelastung des Wassers nicht.

(Foto: AFP)

Surfen sieht nicht nur riskant aus; der Wassersport geht auch mit unsichtbaren Gefahren einher: Surfer schlucken besonders viele Antibiotika-resistente Bakterien.

"Sieht riskanter aus, als es ist", sagen Surfer gern locker, bevor sie sich wieder in die Fluten stürzen. Tatsächlich aber gibt es dabei versteckte Gefahrenquellen: Surfen ist die Wassersportart mit dem höchsten Risiko, Antibiotika-resistente Bakterien zu verschlucken. Das ist das Ergebnis einer Studie an englischen und walisischen Küsten, über die Forscher um Will Gaze von der University of Exeter in Environment International berichten.

171 Milliliter Meerwasser schlucken Surfer nach einer früheren Studie im Schnitt pro Surf-Tag. Damit haben sie gute Chancen, unerwünschte Mikroben zu sich zu nehmen. Schließlich finden sich auch im Küstenwasser die verbreiteten Escherichia-Coli-Bakterien. In Wasserproben von englischen und walisischen Badestränden stellten die Wissenschaftler im Mittel bei 0,12 Prozent dieser Bakterien eine Unempfindlichkeit gegen eine wichtige Antibiotika-Klasse fest, die sogenannten Cephalosporine der dritten Generation.

Insgesamt, schätzen die Wissenschaftler, verschlucken Surfer etwa an jedem siebten Surf-Tag so ein resistentes Bakterium, von anderen Resistenzen ganz abgesehen. Damit leben die Surfer, mikrobiologisch gesehen, gefährlicher als Schwimmer, Taucher, Boot- und Kanufahrer. Von Wassersport abraten möchten die Wissenschaftler aber nicht, schließlich bringe der nachweislich Gesundheitsvorteile mit sich. Es könnte sich aber empfehlen, auf gute Wasserqualität zu achten.

© SZ vom 30.03.2015/weis/beu
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