bedeckt München

Schlafstörung:Alles schläft, einsam wacht

Till

Wer sich oft gezwungen sieht, den Mond anzustarren, kann ihn sich auch zum Freund machen.

(Foto: Thomas Rousset)

Seit einiger Zeit wird unser Autor jede Nacht hellwach. Erst verzweifelte er. Jetzt liebt er die geschenkten Stunden.

Von Till Raether, SZ-Magazin

Eines Nachts im Frühjahr war es vorbei bei mir. Ich wachte um drei auf, lag wach und suchte in der Peripherie des Schlafes nach einem verborgenen Eingang. Ich fand ihn nicht. Nach ein paar Minuten wieder einschlafen, wie sonst: Das ging nicht, es war, als hätte ich es verlernt. Und so war es auch in den folgenden Nächten. Erst dachte ich: Ach du Scheiße. Das hatte mir noch gefehlt. Das moderne Leben mit Job, Kindern, Trumpnachrichten, Onlinegequatsche und der deutlich spürbaren, aber nur vage umrissenen Vorstellung, das könnte ja wohl nicht alles gewesen sein, oder es ist zu viel - dieses Leben ist auf seine Weise hart genug. Wie soll ich es durchstehen, ohne durchzuschlafen? Normalerweise redet man ja über sich selbst wie über ein Kind im Windelalter: Die Nacht war gut, ich habe durchgeschlafen.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Ölpreise steigen und ziehen Benzin und Diesel mit nach oben
Euro-7-Abgasnorm
Bye-bye, Diesel
Aktien Börsen Anlage
MSCI World
Der Schummel-Index, dem Anleger vertrauen
Dr med Yael ADLER Deutschland Autorin Dermatologin Arztin am 21 10 2016 Frankfurter Buchmesse
Dermatologin Yael Adler
"Je weniger wir mit unserer Haut machen, desto besser"
Nick Ayers, Rebekah Mercer
Netzwerk Parler
In der rechten Echokammer
man stands in front of interior window in empty lonely minimalist room Poland, ME, United States PUBLICATIONxINxGERxSUI
Maßnahmen gegen das Coronavirus
Das Kreuz mit der Quarantäne
Zur SZ-Startseite