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Migräne:Diese Medikamente können helfen

Manchmal wirken schon gängige Schmerzmittel wie Aspirin, manchmal müssen es spezielle Migränemittel oder vorbeugende Präparate sein. Bis die beste Medizin gefunden ist, brauchen Migränepatienten Geduld.

Bei Migräne gilt es einerseits, die akute Attacke zu unterbrechen, und andererseits, Migräneanfällen vorzubeugen. Das erreicht man mit unterschiedlichen Medikamenten. Ein Überblick.

Schmerzmittel

Bei einem akuten Migräneanfall helfen Schmerzmittel und sogenannte Antiemetika. Das sind Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Metoclopramid oder Domperidon. Die Tabletten nimmt man idealerweise sofort, wenn die Kopfschmerzen beginnen. Sie früher zu schlucken, etwa in der Aura-Phase, bringt nichts. Zuerst sollte man das Medikament gegen Übelkeit einnehmen. Wer unter Erbrechen leidet, kann auf Zäpfchen ausweichen. Das Schmerzmedikament schluckt man dann etwa zehn Minuten später, so wirkt es am besten.

Als Schmerzmittel haben sich bei Migräne Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol und eine Kombination aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein bewährt. Wichtig ist, den Wirkstoff richtig zu dosieren. Ein Migräneanfall erfordert meist höhere Dosen als akute Spannungskopfschmerzen. Für Acetylsalicylsäure liegt die empfohlene Einzeldosis etwa bei 1000 mg, für Ibuprofen bei 400 mg. Nach der Tabletteneinnehme hilft es, sich zurückzuziehen und hinzulegen. Dann wirken die Medikamente besser. Wichtig: Diese Mittel sollten nicht länger als drei Tage hintereinander und zehn Tage im Monat eingenommen werden. Wer Schmerzmittel dauerhaft überdosiert, riskiert, einen Medikamentenkopfschmerz zu entwickeln.

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Migränemittel

Wenn einfache Schmerzmittel nicht reichen, können spezielle Migräne-Medikamente die Attacken lindern, sogenannte Triptane. Sie wirken, indem sie Blutgefäße im Gehirn verengen, die bei einem Migräneanfall erweitert sind. Außerdem hemmen sie die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe und stören die Ausbreitung von Schmerzreizen.

Triptane gibt es als Tabletten, Nasenspray und Zäpfchen oder sie werden unter die Haut gespritzt. Folgende Substanzen sind in Deutschland - zum Teil sogar rezeptfrei - erhältlich: Almotriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Sumatriptan und Zolmitriptan. Je nach Wirkstoff kann es 30 Minuten bis vier Stunden dauern, bis der Kopfschmerz verschwindet. Die Migränemittel wirken umso besser, je früher sie in einer Attacke eingenommen werden. Bei Spannungskopfschmerz helfen sie übrigens nicht.

Die meisten Triptane sind verschreibungspflichtig und nicht für alle Migränepatienten geeignet. Wer unter Bluthochdruck, einer koronaren Herzkrankheit oder einer bekannten Durchblutungsstörung leidet, darf zum Beispiel keine Triptane einnehmen. Gleiches gilt für Kinder, Schwangere und stillende Mütter.

Vorbeugende Medikamente

Menschen, die häufiger als drei Mal im Monat von einer Migräneattacke lahmgelegt werden oder bei denen Schmerzmittel nicht gut wirken, profitieren oft von einer vorbeugenden Therapie.

Es gibt Medikamente, die Migräneanfälle nachweislich seltener werden und milder ausfallen lassen. Interessanterweise sind das Substanzen, die gegen ganz andere Krankheiten entwickelt wurden. Metoprolol und Propranolol sind zum Beispiel Medikamente gegen Bluthochdruck, Amitriptylin ist bei Depressionen wirksam, Topiramat und Valproinsäure helfen auch gegen Epilepsie. Zur Vorbeugung von Migräne werden sie niedriger dosiert als bei ihren eigentlichen Einsatzgebieten.

Vorbeugende Medikamente helfen besser, wenn sie mit einer nicht-medikamentösen Behandlung kombiniert werden. Bewegung wirkt zum Beispiel positiv auf Migräne. Wer regelmäßig Ausdauersport betreibt, kann seinen Medikamentenverbrauch eventuell eindämmen. Auch Entspannungstechniken wie die Muskelrelaxation nach Jacobsen können hilfreich sein.

Ob die vorbeugende Therapie hilft, sieht man erst nach etwa zwei Monaten. Ganz verschwinden wird die Migräne nicht. Wenn die Attacken aber nur noch halb so oft auftreten, gilt die Prophylaxe als wirksam. Dann sollte man die Medikamente mindestens ein halbes bis dreiviertel Jahr lang täglich einnehmen. Die Prophylaxe ist allerdings keine Dauertherapie.