Mers-Virus Saudi-Arabien meldet fünf neue Todesfälle

Das Mers-Virus breitet sich weiter aus: In Saudi-Arabien gab es am Wochenende fünf neue Todesfälle. Die amerikanischen Gesundheitsbehörden melden einen dritten Infizierten.

Seit ein paar Wochen schnellt die Zahl der Infektionen mit dem gefährlichen Mers-Virus nach oben, nun meldet Saudi-Arabien fünf neue Todesfälle. Die US-Gesundheitsbehörden erklärten zudem, im Land sei ein dritter Fall aufgetreten. Dabei handelt es sich um einen Bürger aus Illinois, dem es aber verhältnismäßig gut gehe, weil er offenbar Antikörper gegen Mers entwickelt habe.

Anfang Mai hatte die US-Gesundheitsbehörde CDC den ersten Fall des vor allem in der Golfregion verbreiteten Virus in den USA bestätigt. Der Patient arbeite im Gesundheitsbereich und war aus Saudi-Arabien eingereist. Bei dem zweiten bekannten Fall handelt es sich um einen in Saudi-Arabien lebenden Mann. Er flog am 1. Mai von Dschidda zu einem Familienbesuch in die USA. Als er sich krank fühlte, wurde er in Florida ins Krankenhaus gebracht, wo später bei ihm das Mers-Virus festgestellt wurde. Er befindet sich weiterhin im Krankenhaus auf der Isolierstation.

Das saudiarabische Gesundheitsministerium teilte am Samstag mit, es seien fünf weitere Menschen an dem Virus gestorben, insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer in dem Land damit auf 168. Die Zahl der Infektionen wurde mit 529 angegeben. Drei der jüngsten Todesfälle, zwei ältere Männer sowie eine 80-jährige Frau, kamen aus der Hafenstadt Dschidda.

Der Übertragungsweg ist noch unklar

Das Coronavirus Mers (Middle East Respiratory Syndrom) wurde erstmals im September 2012 bei Patienten mit einer schweren Atemwegsinfektion identifiziert. Mers hat Ähnlichkeit mit dem Sars-Virus, bei dem 2003 weltweit fast 8300 Menschen infiziert wurden und 800 starben. Das Virus kann grippeähnliche Symptome auslösen, aber auch zu einer schweren Lungenentzündung führen. Anders als Sars führt der neue Erreger zudem zu Nierenversagen.

Seinen Ausgang nahm das neue Virus in Saudi-Arabien. Der genaue Übertragungsweg ist noch unklar. Wissenschaftler vermuten, dass Kamele und Fledermäuse eine Rolle bei der Übertragung spielen könnten. Gesundheitsexperten sind über die hohe Sterblichkeitsrate bei Mers-Infizierten besorgt. Sie befürchten eine weltweite Epidemie, sollte das Virus zu einer leicht übertragbaren Form mutieren.

Die Zahl der Mers-Infizierten steigt seit einigen Wochen. Die europäische Seuchenbehörde ECDC meldete für April 217 Fälle. Das Virus wurde inzwischen in 16 Staaten festgestellt, darunter sind auch fünf europäische.