2005: Die Französin Isabelle Dinoire erhält als erste Patientin der Welt Teile eines fremden Gesichts. Die 38-Jährige war nach einem Hundeangriff entstellt, ihr werden nun Nase, Lippen und Kinn übertragen. Drei Jahre später zieht sie Bilanz: "Dieses Gesicht ist meins". Schon ein Jahr nach der Operation kann sie wieder lächeln. Aus dieser Zeit stammt die rechte Aufnahme. Das linke Foto zeigt die Patientin drei Monate nach der Operation.

Mit Gesichts- und Handtransplantationen stoßen Mediziner zugleich in neue ethische Grenzbereiche vor. Denn die Empfänger müssen lebenslang sehr starke Immunsuppressiva nehmen, wodurch die Gefahr von gefährlichen Infektionen oder Tumoren steigt. Dieses Risiko nahm die Medizin bis dahin nur in Kauf, wenn die Transplantation Leben rettet. Ein neues Gesicht oder eine neue Hand sind aber nicht lebensnotwendig. Da andererseits Menschen an Entstellungen immens leiden, schlagen Ärzte diesen Weg häufiger ein.

Bild: AFP 25. Mai 2012, 09:172012-05-25 09:17:09 © Süddeutsche.de/beu/holz