Lebenserwartung:Späte Menopause, langes Leben

Die Lebenserwartung von Frauen hängt auch davon ab, wann die reproduktiven Jahre beginnen und enden.

Von Werner Bartens

Je später die erste Menstruation und die Wechseljahre einsetzen und je länger die reproduktive Phase ist, desto höher ist womöglich die Lebenserwartung von Frauen. Zu diesem Ergebnis kommen Ärzte der University of California in San Diego im Fachmagazin Menopause (online). Eine Frau, die beispielsweise mit 14 ihre erste Regel hat und erst mit 54 ihre letzte, ist 40 Jahre lang in der reproduktiven Phase.

Alle drei Faktoren steigern laut der Studie die Chancen, 90 Jahre oder älter zu werden. Das Team um den Gesundheitswissenschaftler Aladdin Shadyab hatte Daten von mehr als 16 000 Frauen analysiert, die zwischen 55 und 90 Jahre alt waren. Nach 21-jähriger Beobachtungsdauer zeigte sich, dass Frauen, die später ihre Periode bekommen hatten, häufiger von diversen Leiden wie etwa der Koronaren Herzkrankheit verschont blieben. Begann die Menopause später, waren die Frauen im Durchschnitt gesünder und litten zudem seltener an Diabetes.

Auch waren weniger Raucherinnen darunter, was daran liegen kann, dass Nikotinkonsum das Herzkreislaufsystem wie auch die Eierstöcke schädigen und so zu einer früheren Menopause führen kann. Dass eine lange reproduktive Phase mit erhöhten Hormonwerten die Lebenserwartung verlängert, ist Medizinern unter dem Begriff "Östrogenschutz" bekannt. "Die Frage, wie man länger leben kann, beschäftigt viele Menschen", sagt Shadyab. "Wir sind dabei, einige der Faktoren genauer zu analysieren." Angeregt zu seinen Untersuchungen wurde der Wissenschaftler durch seinen Großvater, der ein Alter von 102 Jahren erreichte.

© SZ vom 28.07.2016
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