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Halloween:Erhöhte Unfallgefahr am Abend vor Allerheiligen

Gruseliger Kürbis zu Halloween

Für die einen ist es Deko, für andere Realität: Am Halloween-Abend steigt das Unfallrisiko.

(Foto: dpa)
  • Eine aktuelle Studie zeigt: Das Risiko, als Fußgänger am Halloween-Abend tödlich zu verunglücken, liegt um 43 Prozent höher als an anderen Tagen.
  • Besonders gefährdet sind Kinder zwischen vier und acht Jahren.
  • Sie verunglücken im Vergleich zu anderen Tagen sogar zehnmal so oft.

Der Brauch aus den USA ist in Deutschland längst populär, doch es gibt - neben kulturellen Vorbehalten - auch klare gesundheitliche Gründe, Halloween abzulehnen. Kaum eine Phase im Jahr ist für Fußgänger so gefährlich wie die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November, wie Ärzte aus Nordamerika im Fachblatt JAMA Pediatrics zeigen. Eine Analyse von Daten aus den vergangenen 40 Jahren ergibt eine deutlich erhöhte Unfallgefahr am Abend vor Allerheiligen.

Das Risiko, als Fußgänger am Halloween-Abend tödlich zu verunglücken, liegt demnach um 43 Prozent höher als an anderen Tagen. Besonders gefährdet sind Kinder zwischen vier und acht Jahren, bei denen es im Vergleich zu anderen Tagen sogar zehnmal so oft zu fatalen Unglücken kommt.

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"Beim Nachbarn zu klingeln und Süßes-oder-Saures zu rufen, hat für Kinder seit mehr als einem Jahrhundert Tradition und Partys für Erwachsene werden immer populärer", sagt John Staples von der University of British Columbia in Vancouver, der die Studie geleitet hat. "Wir haben uns gefragt, ob die Kombination aus dunklen Kostümen, Aufregung und Alkohol die Straßen für Fußgänger gefährlicher macht - und tatsächlich ist das so."

Die Forscher hatten Unfalldaten aus den USA von 1975 bis 2016 ausgewertet und kamen auf vier zusätzliche Todesfälle an einem durchschnittlichen Halloween im Vergleich zu normalen Tagen. Die gefährlichste Uhrzeit lag zwischen 17 und 20 Uhr.

Halloween-Rituale selbst tragen allerdings auch zu der erhöhten Gefahr bei: So finden die Hausbesuche zumeist in der Dämmerung und damit bei schlechter Sicht statt, Gesichtsmasken schränken den Blick ein und manche Verkleidung lässt Fußgänger für Autofahrer erst spät erahnen. Soll der Brauch beibehalten werden, könnte man sich in Wohngebieten wenigstens auf einen autofreien Abend einigen, schlagen die Autoren vor.

Sich nach dem Konsum von Alkohol oder Drogen nichts ans Steuer zu setzen, das Tempo in bebauten Gegenden deutlich zu reduzieren, mit Kindern das sichere Überqueren einer Straße zu üben und sie in ganz jungen Jahren nicht allein losziehen zu lassen, sind weitere Empfehlungen, um die Risiken für Unfälle an Halloween zu vermindern.

"Unsere Daten zeigen, dass sich die Fußgängersicherheit an Halloween leicht verbessern lässt", sagt Co-Autorin Candace Yip. "Daraus wird allerdings auch deutlich, dass dies nicht nur für Halloween, sondern auch für die anderen 364 Tage im Jahr gilt."

Verkehrsberuhigte Zonen und Geschwindigkeitsbegrenzungen könnten ebenso wie reflektierende Kleidung die Sicherheit für Fußgänger das ganze Jahr über verbessern. "Schließlich ließe sich fast jeder dieser Todesfälle durch eine kleine Verhaltensänderung vermeiden", sagt Donald Redelmeier von der University of Toronto, der ebenfalls an der Studie beteiligt war.

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