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Gesichtsmasken:Selbstgenäht taugt auch

26.06.2020, Symbolbild, Corona-Krise, Selbergenähter Mundschutz kann man Waschen, trocknen und wieder verwenden. Versch

Es muss keine medizinische Maske sein: Auch ein gut sitzendes, handgenähtes Modell kann die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus verringern.

(Foto: via www.imago-images.de/imago images/MiS)

Schal oder Taschentuch? Forscher haben untersucht, welche Alternativen zu medizinischen Masken am besten vor dem Coronavirus schützen.

Von Christina Kunkel

Was man nicht sieht, ist immer schwer zu begreifen. Das gilt auch für das Coronavirus und seine Übertragung. Wahrscheinlich gibt es auch deshalb immer noch so viele Skeptiker, die den Nutzen von Gesichtsmasken anzweifeln. Zwar haben zahlreiche Studien bereits belegt, dass ein Mund-Nasen-Schutz die Verbreitung des Virus beim Sprechen, Husten oder Niesen bremst. Doch braucht man dafür unbedingt eine medizinische Gesichtsmaske, oder tut es auch ein Schal oder etwas Selbstgenähtes?

Eine Untersuchung des College of Engineering and Computer Science der Florida Atlantic University, die jetzt im Fachmagazin Physics of Fluids veröffentlicht wurde, zeigt anschaulich, wie verschiedene Masken-Typen die Übertragung von Sars-CoV-2 hemmen. Die Forscher statteten eine Puppe mit verschiedenen Mund-Nasen-Schutz-Varianten aus: einem handelsüblichen Schal im Bandana-Stil, einer zweischichtigen, handgenähten Baumwollmaske, einem einfach gefalteten Stofftaschentuch sowie mit einer kegelförmigen Maske, wie sie in den meisten Apotheken erhältlich ist. Danach simulierten die Wissenschaftler Husten und Niesen und zeigten mit Hilfe von künstlichem Licht, wie weit die Tröpfchen flogen.

Am besten schnitt die handgenähte Maske ab. Sie hielt Nies- und Husten-Tröpfchen am effektivsten zurück; die Partikel flogen nur etwa sechseinhalb Zentimeter weit. Wurde die kegelförmige Maske verwendet, verbreiteten sich die Tröpfchen mit 20 Zentimetern schon um einiges weiter. Kam lediglich das Taschentuch zum Einsatz, wurden sie 38 Zentimeter weit geschleudert. Am wenigsten Schutz bot jedoch der umfunktionierte Schal: Beim Husten oder Niesen verteilten sich die Tröpfchen über eine Entfernung von mehr als einem Meter. Was die Forscher trotz dieser Unterschiede betonen: Ohne Mund-Nasen-Bedeckung würde nicht einmal der allgemein empfohlene Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern ausreichen, um beim Husten oder Niesen eine Infektion sicher zu verhindern: In den Versuchen flogen Tröpfchen ohne Barriere rund zweieinhalb Meter weit.

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