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Infektionsschutz:Masernfälle haben sich in Europa verdreifacht

Impfung gegen Masern

Ein Kreuz im Impfausweis markiert die vollbrachte Masernimpfung.

(Foto: picture alliance / dpa)
  • 2018 sind in der Europa-Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) so viele Menschen an Masern erkrankt, wie seit zehn Jahren nicht mehr.
  • Verglichen mit 2016 hätten sich sogar 15-mal so viele Menschen angesteckt. 2016 war ein Niedrigrekord bei den Ansteckungen verzeichnet worden.
  • Deutschland hatte einen gegenläufigen Trend: Nach gut 900 Masern-Fällen 2017 wurden im vergangenen Jahr nur gut 500 Fälle gemeldet.

Mit Masern haben sich im vergangenen Jahr in der Europa-Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) so viele Menschen angesteckt wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Zahl der Fälle stieg innerhalb eines Jahres auf das Dreifache, berichtete das WHO-Büro Europa in Kopenhagen. Verglichen mit 2016 hätten sich sogar 15-mal so viele Menschen angesteckt. 2016 war ein Niedrigrekord bei den Ansteckungen verzeichnet worden.

In Deutschland war der Trend den Angaben zufolge gegenläufig: Nach gut 900 Masern-Fällen 2017 wurden im vergangenen Jahr nur gut 500 Fälle gemeldet.

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Mehrere Regionen des Inselstaates sind betroffen. Vermutlich führte ein Skandal vor zwei Jahren dazu, dass Eltern ihre Kinder nicht mehr impfen lassen.

In den 53 Ländern der Region hätten sich 2018 fast 82 600 Menschen mit Masern angesteckt - 72 Kinder und Erwachsene seien daran gestorben, berichtet die WHO. Sie zählt zu der Region neben der EU auch Russland, die Türkei, Israel und die in Asien liegenden Länder Usbekistan und Aserbaidschan.

Mit Abstand am schwersten betroffen war die Ukraine mit über 53 000 Fällen. Mehr als 2000 Fälle meldeten auch

  • Serbien (5076)
  • Israel (2919)
  • Frankreich (2913)
  • Russland (2256)
  • Italien (2517)
  • Georgien (2203)
  • Griechenland (2193).

Zwar seien in der Region im vergangenen Jahr gleichzeitig auch so viele Menschen gegen Masern geimpft worden wie nie zuvor. Aber es reiche noch nicht, sagte die Direktorin des Regionalbüros, Zsuzsanna Jakab. "Wir müssen mehr tun und unsere Sache besser machen, um jede einzelne Person vor Krankheiten zu schützen, die leicht vermieden werden können."

"Das Bild, das sich für 2018 ergibt, verdeutlicht, dass die gegenwärtigen Fortschritte bei der Erhöhung der Impfraten nicht ausreichen, um eine Zirkulation der Masernviren zu unterbinden. Die Daten zeigen einerseits außergewöhnlich hohe Impfraten auf Ebene der Europäischen Region, andererseits aber auch eine Rekordzahl von Erkrankungen und Todesfällen aufgrund von Masern. Das bedeutet, dass Lücken auf lokaler Ebene dem Virus immer noch Tür und Tor öffnen", erklärt Jakab in einer Mitteilung der WHO. "Wir können nicht weltweit die Gesundheit der Bevölkerung verbessern, wie in der Vision der WHO für die nächsten fünf Jahre versprochen, wenn wir nicht auf der lokalen Ebene ansetzen. Um jeden Einzelnen vor leicht vermeidbaren Krankheiten zu schützen, müssen wir mehr tun und wirksamer handeln."

Das Virus kann das Gehirn befallen und ist deshalb lebensgefährlich. Die WHO will die Masern weltweit eliminieren.

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