Ebola:Strikte Regeln für den Umgang mit Ebola-Patienten

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Mehrere Patienten sind in den letzten Monaten außerdem zur Behandlung nach Europa oder in die USA geflogen worden, unter anderem zwei Priester, die beide in der Klinik in Madrid behandelt wurden und später starben. Noch ist unklar, wie sich die Krankenschwester angesteckt hat.

"Wir können uns das überhaupt nicht erklären", sagt Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Der Forscher arbeitet im Moment fast täglich mit Proben, die Ebola enthalten könnten. An diesem Mittwoch soll auch eine Probe der Krankenschwester dort eintreffen, damit sie offiziell bestätigt wird.

Es gibt strikte Regeln, die Ärzte und Forscher beachten, wenn sie mit dem gefährlichen Erreger konfrontiert sind, sagt er. "Da muss jemand einen gravierenden Fehler gemacht haben." Das könnte zum Beispiel beim Ausziehen der Schutzkleidung passieren, sagt er. "Da muss man höllisch aufpassen, dass man die Außenseite nicht berührt, weil schon kleinste Mengen Blut oder Urin reichen, um sich anzustecken."

Alle Kontaktpersonen werden ausfindig gemacht

Eine Kommission soll nun klären, ob bei der Behandlung des Missionars aus Sierra Leone Sicherheitsvorschriften verletzt worden sind. "Es ist sehr, sehr wichtig, dass wir jetzt verstehen, was da passiert ist", sagt Marc Sprenger, Chef der europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC in Stockholm. "Das könnte Auswirkungen auf unsere Protokolle und Sicherheitsvorschriften haben." Die Gefahrenlage in Europa habe sich durch den Fall in Spanien aber nicht geändert.

Ebola ist zwar äußerst tödlich (etwa 70 Prozent der Infizierten im derzeitigen Ausbruch sterben), aber bei Weitem nicht so ansteckend wie zum Beispiel die Masern oder die Grippe. Hinzu kommt, dass der Erreger erst dann von Menschen weitergegeben werden kann, wenn sie bereits Symptome haben.

Darum ist das Vorgehen stets das gleiche, ob in Madrid oder Dallas: Alle Personen, die Kontakt mit der Patientin oder dem Patienten hatten, werden ausfindig gemacht und aufgeklärt, worauf sie achten müssen. Entwickelt eine der Kontaktpersonen Symptome, wird sie sofort auf eine Isolierstation gebracht, bevor sie jemand anderen anstecken kann. Wird das gründlich gemacht, lässt sich ein Ausbruch auf diese Art schnell eindämmen.

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