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E-Shishas und E-Zigaretten:Formaldehyd beim Verdampfen der E-Zigaretten

Unbedenklich sind die elektrischen Verdampfer damit aber noch lange nicht. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg etwa warnt seit längerem, E-Zigaretten und E-Shishas könnten Atemwege reizen, außerdem enthielten sie "geringe Mengen" krebserregender Substanzen. Zu diesem Ergebnis kam jüngst auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), was für Schwesig den Anstoß für die Gesetzesänderung gab.

Beim Verdampfen des Liquids in E-Zigaretten und E-Shishas entstehe unter anderem Formaldehyd, das Krebs auslösen könne, so das BfR. Und im Dampf enthaltene Aromazusätze und Aerosole könnten das Wachstum stören. Neu sei, sagte Schwesig, dass dies auch für nikotinfreie E-Zigaretten gelte. Außerdem könnten sich junge Leute damit ans Rauchen gewöhnen, ergänzte Schmidt.

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Sollten die Bestimmungen für E-Zigaretten verschärft werden?

Die gesundheitlichen Risiken von E-Zigaretten und E-Shishas sind noch nicht geklärt. Trotzdem können auch Kinder die nikotinfreie Alternativen am Kiosk kaufen. Nun will die Bundesregierung prüfen, ob die Bestimmungen verschärft werden müssen.   Diskutieren Sie mit uns.

Bisher gelten E-Zigaretten in Deutschland als Genussmittel. Tabakprodukte hingegen dürfen nur an Erwachsene verkauft werden. Diese "Gesetzeslücke" gelte es nun zu schließen, sagte die Familienministerin. Künftig müssen Käufer von E-Zigaretten und E-Shishas 18 Jahre alt sein. Das soll auch für den Internethandel gelten. Besteller müssten beim Empfang künftig ihren Ausweis vorzeigen.

Und wenn es nach Christian Schmidt geht, dessen Ministerium auch für den gesundheitlichen Verbraucherschutz zuständig ist, dann wird es für E-Raucher noch unbequemer: Schmidts Ministerium will 2016 die im vergangenen Jahr verabschiedete EU-Tabakprodukt-Richtlinie umsetzen. Hersteller müssten dann Warnhinweise auf Packungen mit E-Zigaretten drucken und die Inhaltsstoffe aufführen. Auch soll es Werbebeschränkungen geben.

Ob sie künftig auch Energydrinks für Kinder und Jugendliche verbieten werde, wurde Manuela Schwesig bei der Gesetzesvorstellung gefragt. Nein, erwiderte die Ministerin. Ob man auf die koffeinhaltigen Getränke verzichte, sei ja eher eine Frage von gesunder Ernährung. E-Shishas hingegen seien nur gesundheitsgefährdend und gehörten deshalb für Heranwachsende verboten. Ohne Brüche ist diese Logik nicht. Alkohol dürfen Jugendliche kaufen, sobald sie 16 geworden sind. Vor E-Shishas mit Bier-Geschmack werden sie dagegen noch zwei Jahre länger geschützt.

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