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Covid-19:Immer mehr Menschen wollen sich gegen Corona impfen lassen

Corona-Impfung in Panama.

(Foto: Luis Acosta/AFP)

Die Impfbereitschaft ist in den vergangen Monaten vielerorts gestiegen - auch in Deutschland. Dennoch warnen Forscher vor zu viel Optimismus.

Von Berit Uhlmann

Die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, ist in den vergangenen drei Monaten in etlichen Ländern gestiegen. Das geht aus Daten hervor, die Wissenschaftler des Londoner Imperial College vorlegten. Sie hatten etwa 13 500 Menschen in 14 Staaten mehrfach befragt. Mitte Februar, dem jüngsten Erfassungszeitraum, sagten fast 60 Prozent aller Teilnehmer, dass sie sich definitiv impfen lassen würden. Dieser Wert liegt fast überall deutlich höher als noch im November. In elf der einbezogenen Länder stieg er um mindestens neun Prozentpunkte, in sieben Staaten sogar um mehr als 20 Punkte.

Die Befragung offenbart zugleich anhaltend große Unterschiede zwischen den Ländern. Während zuletzt 70 Prozent der Briten ihre definitive Impfbereitschaft erklärten, waren in Frankreich nur 30 Prozent zu dem Schritt entschlossen. Zugleich lehnten 33 Prozent der Franzosen die Immunisierung entschieden ab; in keinem anderen Land waren die Ressentiments derart ausgeprägt.

In Deutschland bekundeten Mitte Februar 46 Prozent der Befragten ihre Entschlossenheit, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Die Zustimmung stieg seit dem Herbst, als sie bei nur 26 Prozent lag, kontinuierlich an.

Ende Februar wollten sich 66 Prozent der befragten Deutschen impfen lassen. Anfang Dezember waren es lediglich 48 Prozent

Auch die Cosmo-Studie, in der regelmäßig die Haltung der Deutschen in Pandemiefragen erfasst wird, zeigt eine Zunahme der Impfbereitschaft. In dieser Erhebung wurden Teilnehmer gefragt, ob sie sich definitiv oder tendenziell gegen Covid impfen lassen würden. 66 Prozent antworteten Ende Februar mit Ja. Anfang Dezember lag der Wert noch bei 48 Prozent.

Die Zustimmung hat den Cosmo-Daten zufolge deutschlandweit in allen Altersgruppen zugenommen. Sie ist höher bei Menschen, die Vertrauen in die Sicherheit der Vakzine haben, sich nicht auf die Impfung anderer verlassen wollen sowie unter Männern, heißt es in der jüngsten Auswertung. Eine geringere Impfbereitschaft fanden die Forscher dagegen unter anderem bei jenen Menschen, die Covid-19 nicht als bedrohliche Krankheit wahrnehmen und auch andere Schutzmaßnahmen ablehnen.

Aus welchen Gründen die Impfbereitschaft derzeit genau steigt, geht aus den Umfragen nicht hervor. Die Autoren der Cosmo-Studie verweisen darauf, dass ein gestiegenes Vertrauen in die Sicherheit der Impfung eine wichtige Rolle spielt. Sie mahnen zugleich, dass die Bereitwilligkeit auch schnell wieder sinken kann, wenn beispielsweise schwerwiegende Nebenwirkungen bekannt werden oder Medienberichte über angeblich starke unerwünschte Effekte Menschen verunsichern.

Auch die Autoren vom Imperial College warnen vor zu viel Optimismus. Es sei ein gutes Zeichen, dass Menschen nun eher bereit sind, die neuen Impfstoffe anzunehmen, sagt Ara Darzi: "Aber unsere Daten zeigen auch, dass viele Länder noch viel gegen die Impfskepsis unternehmen müssen. Es ist wichtig, dass Regierungen verstehen, warum ihre Einwohner Zweifel hegen und gezielte Strategien dagegen entwickeln."

© SZ.de/nguy
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