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Biologie:Malariamücken hassen Hühnergeruch

Late South African president Nelson Mandela home village of Qunu

Ein Huhn, ein Hahn, keine Mücke.

(Foto: Nic Bothma/dpa)

Forscher haben herausgefunden, dass der Geruch von Hühnern die Stechmücke 'Anopheles arabiensis' abschreckt. Jetzt testen sie, ob Aromastoffe als Malariaschutz für den Menschen wirken könnten.

Ein paar Dinge sollte man auf jeder Reise dabei haben: Pass, Zahnbürste und Handy etwa. Geht es in ein Malariagebiet, empfiehlt sich außerdem ein Huhn, möglichst lebend. Biologen haben herausgefunden, dass der Geruch von Hühnern abstoßend auf Mücken der Art Anopheles arabiensis wirken. Diese gehören zu den häufigsten Überträgern von Malaria in Afrika.

Der Mensch ist die allerliebste Beute jener Mücken. Je nach Angebot stechen sie auch Rinder, Schafe oder Ziegen, vor allem im Freien. Nur Geflügel mögen die Insekten offenbar gar nicht, berichten die Forscher nun in der Fachzeitschrift Malaria Journal. Zum Aufspüren und Unterscheiden ihrer Beute nutzen die Moskitos vor allem den Geruchssinn. Im Experiment brachten die Wissenschaftler daher Aromastoffe, aus denen sich der charakteristische Hühnergeruch zusammensetzt, in Hütten in einem äthiopischen Dorf aus.

Daraufhin landeten im Laufe der Nacht weniger als halb so viele Mücken in den aufgestellten Fallen wie in den Vergleichshütten ohne Hühnergeruch. "Wir hoffen, dass sich mit diesem Wissen neuartige Abwehrmittel entwickeln lassen, die weniger anfällig für Resistenzen sind", sagt Rickard Ignell, einer der Autoren der Studie.

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