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Behandlung bei Heuschnupfen:Vom richtigen Zeitpunkt der Medikamenten-Einnahme

"Cortisonsprays wirken oft besser als Antihistaminika allein. Ideal ist eine Kombination beider Therapien", betont Metz. Während Cortison das Immunsystem in Schach hält, blockieren Antihistaminika die Ausschüttung des Histamins in den Mastzellen. Histamin ist für die typischen Heuschnupfensymptome wie gerötete, juckende Augen, Laufschnupfen und Halskribbeln verantwortlich. Histamin-Blocker gibt es freiverkäuflich als Tropfen oder Tabletten in der Apotheke.

Patienten sollten ausschließlich neue Präparate nehmen, betont Metz. Diese besäßen im Gegensatz zu den älteren eine weitaus bessere Verträglichkeit. Die erste Generation der Präparate steht in der Kritik, müde zu machen. "Der Wirkstoff alter Antihistaminika ist derselbe wie in Beruhigungsmitteln", sagt Metz. "Die Schläfrigkeit kann insbesondere im Straßenverkehr verheerende Folgen haben." Die neuen Präparate - ausgestattet mit anderen Wirkstoffen - riefen Studien zufolge bei fünf Prozent der Patienten allenfalls leichte Müdigkeit hervor.

Darüberhinaus gibt es so genannte Cromone in Form von Augentropfen, Nasensprays und zum Inhalieren. Der Wirkstoff Cromoglicinsäure (DNCG) soll die Mastzellen stabilisieren und daran hindern, Histamin auszuschütten. Cromone können demzufolge auch entzündungshemmend wirken und ergänzend genommen werden. Ihre Wirksamkeit ist bislang umstritten, da wissenschaftliche Beweise fehlen.

"Um die Beschwerden gut in Griff zu bekommen, sollten sich Heuschnupfenpatienten während ihrer speziellen Pollensaison einmal täglich Cortisonspray und Antihistaminika verabreichen und nicht erst damit beginnen, wenn die Symptome schon da sind", rät der Allergologe. Es sei einfacher, die Symptome zu verhindern, als das Immunsystem erst hochfahren zu lassen und die Auswirkungen dann wieder zurückdrängen zu müssen.

All diese Medikamente wenden sich jedoch lediglich gegen die Symptome von Heuschnupfen. An die Wurzel des Übels geht nur eine spezifische Immuntherapie.