bedeckt München 21°

US-Schuldenstreit:Einigung beflügelt die Märkte

Gerade noch einmal gut gegangen: Nach dem Kompromiss im US-Schuldenstreit haben die Börsen in Asien und der Dax kräftig angezogen, auch die Ölpreise sind gestiegen. Doch aller Erleichterung zum Trotz bleiben Zweifel bestehen.

Nach dem Durchbruch im US-Schuldenstreit haben die Börsen in Tokio deutliche Gewinne verbucht. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index kletterte am Montagmorgen um 1,8 Prozent auf 10.013 Punkte, nachdem er die vergangenen drei Handelstage noch Verluste erlitten hatte. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,7 Prozent auf 856 Zähler. In Südkorea verbesserte sich der Kospi um 1,6 Prozent auf 2.168,05. Der australische Leitindex stieg um 2,1 Prozent auf 4.515,1, und Neuseeland verzeichnete ein Plus von 0,5 Prozent.

US-Schuldenkrise -  Einigung über Schuldenlimit

Erleichterung, aber keine Entwarnung - Investoren sorgen sich immer noch, dass die USA von den Ratingagenturen herabgestuft werden könnte.

(Foto: dpa)

Die Finanzmärkte hatten vorige Woche nachgegeben - angesichts der Möglichkeit, dass die USA am Dienstag erstmals zahlungsunfähig werden könnten. Am Sonntagabend jedoch verständigten sich die Spitzen von Demokraten und Republikanern im Kongress mit Präsident Barack Obama auf einen Kompromiss zur Anhebung der Schuldengrenze.

Das dürfe ausreichen, damit der Nikkei an der Tokioter Börse zunächst wieder Gewinne verbuche, sagte Tsuyoshi Kawata von SMBC Nikko Securities. Allerdings spiegle die Marktreaktion wohl nur vorübergehende Erleichterung und nicht "solide Zuversicht, dass alle negativen Elemente der US-Wirtschaft eingepreist sind". Investoren sorgten sich außerdem, ob der Kompromiss ausreichen werde, um eine Herabstufung der USA durch die Ratingagenturen zu vermeiden.

Der Dax legte ebenfalls 1,6 Prozent auf 7275 Zähler zu. In Paris stieg der CAC40 um 1,2 Prozent, in London der "Footsie" um ein Prozent. "In den Handelssälen macht sich Erleichterung breit", sagte ein Händler. "Mit dem Kompromiss dürfte die Zahlungsunfähigkeit der weltgrößten Volkswirtschaft ja immerhin vermieden werden."

Auch die Ölpreise sind nach der Einigung im US-Schuldenstreit deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im September verteuerte sich im asiatischen Handel um 1,28 US-Dollar auf 118,02 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur September-Lieferung stieg um 1,19 Dollar auf 96,89 Dollar. An den Rohstoffmärkten sei eine große Erleichterung zu beobachten, hieß es von Händlern. Der Markt habe sehr positiv auf die jüngsten Nachrichten aus Washington reagiert und in den kommenden Handelstagen sei mit weiter steigenden Ölpreise zu rechnen.

© sueddeutsche.de/dapd/reuters/beitz
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB