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US-Notenbank:Mit aller Macht gegen die Risikofreude

Nichts soll so bleiben wie es ist: Die US-Notenbank hat die amerikanischen Banken zur Überprüfung ihrer Gehälter und Anreizsysteme aufgefordert.

Die US-Notenbank macht Druck: Sie will, dass die "Bonus-Regelungen von Bankunternehmen nicht die Sicherheit und Stabilität ihrer Geschäfte untergraben".

Federal Reserve, AFP

Das Gebäude der US-Notenbank Fed.

(Foto: Foto: AFP)

Erwartet werde von den Banken "eine unverzügliche Überprüfung ihrer Bonus-Arrangements um sicherzustellen, dass diese keine exzessiven Risikogeschäfte begünstigten".

"Fehlgesteuerte Anreize"

Die Fed rief die Banken außerdem zu "Korrekturen" an ihren Anreizsystemen auf, sollten sich diese als zu riskant erweisen. Die bisherige Praxis habe bei manchen Banken zu "fehlgesteuerten Anreizen und exzessiven Risikogeschäften geführt, die zu Bankverlusten und finanzieller Instabilität beitrugen", erklärte Fed-Chef Ben Bernanke.

Künftige Kompensationspakete sollten die "langfristige Entwicklung" eines Unternehmens berücksichtigen.

Bei der Fed-Erklärung handelte es sich einstweilen noch um einen Rat an die Banken, nicht um verbindliche Vorschriften. Diese sollen in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden. Zuvor hatte die US-Regierung scharfe Gehaltseinschnitte für die Top-Manager jener sieben Unternehmen angekündigt, welche im Zuge der Finanzkrise die meisten staatlichen Hilfszahlungen in Anspruch genommen hatten.

Bernanke bekräftigte unterdessen erneut seine Unterstützung für ein Gremium, das sich mit systemischen Risiken des Finanzsystems befassen und als eine Art Frühwarnsystem bei zukünftigen Krisen fungieren soll.

In Europa wird es analog dazu einen Rat für systemische Risiken geben, der unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelt sein soll. Präsident Barack Obama und sein Finanzminister Timothy Geithner wollen der Fed mehr Macht bei der Aufsicht über das Finanzsystem geben. Dies ist aber politisch in den USA höchst umstritten.