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Staaten mit S&P-Rating AAA:Wir sind die neue Weltelite

Die USA sind aus dem Club der Besten geflogen - Frankreich und andere Staaten fürchten nun dasselbe Schicksal. Wer ist für Standard & Poor's noch AAA, wem droht auch die Abstufung? Von Deutschland bis zum winzigen Liechtenstein: So steht es um die Weltelite der Schuldner.

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Stocks, Six-Month Bills Sink as U.S. Moves Closer to Default

Quelle: Bloomberg

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Die USA haben ihr Spitzenranking bei Standard & Poor's (S&P) verloren. Jetzt spricht die Ratingagentur nur noch 17 Staaten die beste Bonität zu - von Deutschland bis Liechtstein: die besten Schuldner der Welt im Überblick.

Die Bonitätsnote soll ausdrücken, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Schuldner seine Verbindlichkeiten begleichen kann. Verliehen wird sie von den Ratingagenturen, nicht nur an Unternehmen, sondern auch an Staaten. Je besser das Rating ausfällt, desto leichter und günstiger ist es für einen Staat, sich Geld zu leihen.

Standard & Poor's, die größte der drei großen Ratingagenturen, vergibt die Bestnote AAA ("Triple A"), wenn sie das Ausfallrisiko des Schuldners auf nahezu null schätzt. In zahlreichen Stufen geht die Bewertungsskala bis zur schlechtesten Note D, die Zahlungsunfähigkeit signalisiert.

Trocadero und Eiffelturm in Paris

Quelle: AP

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Frankreich hat ein Triple-A-Rating. Aber wie lange noch? Gerüchte über eine Herabstufung haben bereits die Finanzmärkte erschüttert, wurden aber rasch dementiert. In diesem Jahr erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Wachstum von 2,1 Prozent, doch im nächsten Jahr soll es sich abschwächen. Die Währungshüter sehen Frankreich in der Pflicht zu sparen: Dieses Jahr liegt das Defizit bei rund sieben Prozent, die Maastricht-Kriterien wird das Land wohl noch auf längere Sicht nicht einhalten. Doch das ist dringend notwendig, sonst ist die Top-Bonität womöglich nicht mehr lange zu halten.

BRANDENBURGER TOR

Quelle: DPA

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Deutschland gilt mittlerweile als Musterschüler und ist das wirtschaftliche Zugpferd Europas. Der IWF hält ein robustes deutsches Finanzsystem sogar für entscheidend für die weltweite Finanzmarktstabilität. Deutschlands Top-Rating gilt momentan als unstrittig. Die Wirtschaft wächst in diesem Jahr um rund drei Prozent - und S&P setzt darauf, dass steigende Steuereinnahmen helfen werden, die hohen Defizite zu senken.

Hoffnung auf Wiedergeburt von Londons berühmtem Doppeldecker

Quelle: Lindsey Parnaby/dpa

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Für Großbritannien sind die Aussichten kritisch: Nach der härtesten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg kommt die Wirtschaft nicht in die Gänge. Das Wachstum ist relativ schwach, für dieses Jahr erwartet der IWF 1,5 Prozent. Gleichzeitig stieg die Inflation auf vier Prozent - dagegen sind die Löhne gesunken. S&P erwartet hohe Investitionen in die Infrastruktur, was wiederum zu höheren Schulden führen würde. Der Ausblick gilt jedoch als stabil. Die Queen herrscht auch noch über zwei Inseln mit höchster Bonität: Guernsey und die Isle of Man. Sie gehören zwar nicht zum Königreich, sind aber im Besitz der Krone.

SYDNEY HARBOUR

Quelle: AP

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In Australien ist die Perspektive gut: Die Konjunktur legt den Prognosen zufolge in den kommenden beiden Jahren weiter ordentlich zu - das Land profitiert vom globalen Rohstoffboom. Sollte die Wirtschaft doch ins Stottern kommen, könnte die Notenbank jederzeit gegensteuern, der Leitzins liegt derzeit bei 4,5 Prozent: viel Spielraum für eine Zinssenkung. S&P erwartet keine direkten Folgen der US-Herabstufung für Australien. Im schlimmsten Fall könnten die Finanzierungskosten für australische Banken steigen, die sehr abhängig von Auslandsmärkten sind.

PRADA WINS FINAL RACE OF THE LOUIS VUITTON CUP IN AUCKLAND

Quelle: REUTERS

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Neuseeland - im Bild die Skyline von Auckland - hat im vergangenen November einen negativen Ausblick für sein AAA-Ranking hinnehmen müssen. In diesem Jahr wurde das Land von einem schweren Erdbeben erschüttert, S&P teilte aber mit, das werde sich nicht auf das Rating auswirken. Für 2011 erwartet der IWF ein schwaches Wachstum von 0,9 Prozent, doch schon im kommenden Jahr soll Neuseelands Wirtschaft wieder um mehr als vier Prozent zulegen.

Ratgeber Reisen: Wien

Quelle: Johannes Simon

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Österreich ist auf einem guten Weg: Die Wirtschaft wächst stabil, in den kommenden beiden Jahren um mehr als zwei Prozent. Der IWF geht davon aus, dass sich die Banken des Landes nach der Finanzkrise wieder erholen - sie aber ihre Kapitalreserven stärken sollten. Der Politik rät der IWF zum Sparen, dann bleibt wohl das AAA-Rating. Im Bild: Wien, im Hintergrund der Eingang zur Hofburg.

Vancouver 2010 - Feature

Quelle: dpa

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Kanada - im Bild Vancouver - bekommt Lob von S&P: Die Haushaltssituation sei besser als in Deutschland oder Frankreich, lobt die Agentur. Die Zahlen sind jedenfalls eindeutig. Kanada hat eine Verschuldung von 34 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt. S&P schätzt die Schuldendisziplin der Nordamerikaner positiv ein, der Ausblick für das Top-Rating ist deshalb stabil.

General Images Of Hong Kong

Quelle: Bloomberg

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Auch die chinesische Sonderwirtschaftszone Hongkong darf sich ihres Top-Ratings derzeit sicher sein. Erst Anfang August hat S&P die AAA-Note bestätigt - weil das politische Umfeld helfen werde, die ausgezeichnete Kreditwürdigkeit beizubehalten. Entscheidend seien eine gute Finanzpolitik und überdurchschnittliches Wachstum. Allerdings ist Hongkong abhängig von seinen Banken. Sollte das Wachstum signifikant einbrechen, droht S&P schon mal vorsorglich mit einer Herabstufung.

Größtes Riesenrad der Welt dreht in Singapur erste Runden

Quelle: dpa

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Singapur hat sich ebenfalls erholt. Die Finanzkrise hatte dem Land schwer geschadet, zunächst war ein längerer Abschwung befürchtet worden - doch schon im vergangenen Jahr brummte die Wirtschaft wieder mit einem Wachstum von 14,5 Prozent. Auch in den kommenden Jahren erwartet der IWF ein starkes Wachstum von etwa fünf Prozent. Das Land bleibt aber stark abhängig von seiner Finanzbranche.

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Quelle: AP

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Die Niederlande erholen sich langsam, aber sicher von der Finanzkrise. Das Wachstum liegt im laufenden Jahr bei 1,5 Prozent und ist damit relativ schwach, die Inflation hat das Land dafür noch im Griff. Der IWF ist optimistisch für die Entwicklung im kommenden Jahr. Im Bild: Die Brouwersgracht in Amsterdam.

Studie: Zürich mit höchster Lebensqualität

Quelle: dpa

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Das Wachstum der Schweiz - im Bild der wichtige Bankenplatz Zürich - wird sich wohl abkühlen. Nachdem die Wirtschaft zuletzt stark gewachsen war, erwartet der IWF für das kommende Jahr nur noch plus 1,8 Prozent. Ein Risiko ist vor allem der starke Schweizer Franken. Je höher sein Wert steigt, umso schwieriger wird es für die Exportwirtschaft.

SCANDINAVIA-TOURISM-SWEDEN

Quelle: AFP

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Tre Kronor (drei Kronen) und Triple A: Die Wirtschaft von Schweden wächst kräftig, in diesem Jahr alleine um 3,8 Prozent, und im kommenden Jahr prophezeit der IWF noch 3,5 Prozent Wachstum. S&P hat im Mai vor einer wachsenden Verschuldung in Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen gewarnt. Für die kommenden zwei Jahre sei das Top-Rating der nordischen Länder allerdings sicher.

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Quelle: AP

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Auch Dänemark muss sich deshalb keine Sorgen um sein AAA-Rating machen. Das Land erholt sich langsam von der Rezession - für dieses und kommendes Jahr erwartet der IWF immerhin ein Wachstum von je zwei Prozent.

Longyearbyen in Norwegen, 2004

Quelle: REUTERS

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Norwegen - im Bild Longyearbyen - wird von S&P vor allem wegen seiner Haushaltsdisziplin geschätzt, und wegen der üppigen Einnahmen durch Öl- und Gasexporte. Allerdings sieht die Ratingagentur auch ein Risiko für die Top-Bonität: die hohe Verschuldung der privaten Haushalte.

Ratgeber Reisen: Urlaub in Finnisch-Lappland

Quelle: ddp

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Finnlands Wirtschaft stürzte durch die Finanzkrise am stärksten ab - um acht Prozent im Jahr 2009. Die Konjunktur hat sich jedoch wieder gefangen, das Bruttoinlandsprodukt wächst im laufenden Jahr um 3,1 Prozent. Der Konsum wurde vor allem durch steigende Löhne angekurbelt. Um ihr stabiles Rating müssen sich die Finnen vorerst keine Sorgen machen. Im Bild: ein See bei Pihlajavesi in Finnisch-Lappland.

SCHLOSS COLMAR-BERG IN LUXEMBURG

Quelle: DPA

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Als wichtiger Finanzplatz in Europa ist Luxemburg abhängig von den Finanzmärkten. Die Wirtschaft des reichen Großherzogtums wächst in diesem Jahr um drei Prozent, und der IWF erwartet, dass die Konjunktur im kommenden noch mal leicht zulegen wird. Im Bild: Schloss Colmar-Berg in Luxemburg, der Wohnsitz des Großherzogs von Luxemburg.

A general view shows Liechtenstein's castle in Vaduz

Quelle: Christian Hartmann/Reuters

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Staaten mit S&P-Rating AAA:Liechtenstein

Liechtenstein genießt ebenfalls ein Triple-A-Rating. Wichtigste Stadt ist Vaduz - im Bild das Schloss -, wo auch der Fürst regiert. 2009 betrug das Bruttoinlandsprodukt mehr als fünf Milliarden Schweizer Franken. Bekannt ist der Zwergstaat vor allem als Finanzstandort - mit Licht und Schatten.

© sueddeutsche.de/lom

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