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Policen für den Urlaub:Gepäck, Handy, Rechtsschutz, Einbruch

Gepäck und Handy

Ein Schutz für Taschen und Koffer oder das Mobiltelefon ist dagegen "eigentlich nie nötig", sagt Verbraucherschützerin Becker-Eiselen. "Solche Policen sind in der Branche immer wieder umstritten und sorgen oft für Ärger", erklärt auch Archangeli. Denn sie ersetzen stets nur den Zeitwert, also den Wert der verlorenen oder gestohlenen Habseligkeiten zum jeweiligen Zeitpunkt. Der liegt gerade bei Kleidung und Elektronik aber weit unter dem Neupreis. Zudem sind etwa Flugreisende ohnehin versichert, wenn ihr Gepäck in der Obhut einer Fluggesellschaft verschwindet. Allerdings werden hier nur Schäden bis zu maximal 1213 Euro ersetzt.

Am Strand lauern dann die Feinde moderner Elektronik: Wasser und Sand. Außerdem verschwinden von Liegen und Handtüchern häufig wertvolle Habseligkeiten wie das Smartphone. Dennoch rät Archangeli klar von einer Handy-Versicherung ab: "Das lohnt sich generell nicht - und schon gar nicht nur für den Urlaub." Denn solche Policen versichern ebenfalls stets nur den Zeitwert des Mobiltelefons - und der sinkt angesichts schneller Innovationen schon wenige Monate nach dem Kauf rapide. "Außerdem geht es hier ja nicht um Werte, die einen im Schadensfall in den Ruin treiben", sagt Becker-Eiselen.

Wer in den Urlaub fährt und trotzdem erreichbar sein will, sollte deshalb lieber überlegen, ein älteres Modell mitzunehmen. Ansonsten kann das modernde Smartphone während der Badeausflüge auch im Hotelsafe bleiben oder in der Strandtasche zumindest wasser- und staubdicht in einen Gefrierbeutel mit Zip-Verschluss verpackt werden.

Rechtsschutz

Wer bei juristischen Streitigkeiten rund um den Urlaub abgesichert sein möchte, sollte sich ins Kleingedruckte vertiefen. "Moderne Rechtsschutz-Policen übernehmen Reise-Streitigkeiten auch, wenn es gegen ausländische Anbieter mit Gerichtsstand außerhalb Deutschlands geht. Bei älteren Policen kann es hier dagegen Probleme geben", sagt Archangeli.

Allerdings geht es im Ernstfall oft auch ohne Assekuranz. "Bei Streitigkeiten ist entscheidend, immer alles gleich vor Ort zu dokumentieren und zu beanstanden", sagt Becker-Eiselen. "Dafür braucht man aber keine Rechtsschutz-Police. Deshalb würde ich von einem Vertrag extra für den Urlaub abraten."

Einbruch

Einbrecher müssen Reisende mit Hausratversicherung - zumindest aus finanzieller Sicht - nicht fürchten. Das gilt sowohl für den Urlaubsort als auch für die Wohnung daheim. "Wenn während des Urlaubs eingebrochen wird, deckt die Hausratversicherung den Schaden ab", sagt Archangeli. Wichtig sei aber, dass tatsächlich eine Tür oder ein Fenster aufgebrochen wurde. Hat dagegen das Zimmermädchen lange Finger, springt die Assekuranz nicht ein.

Außerdem darf die Reise je nach Police nicht länger als 42 bis 90 Tage am Stück dauern, damit der Schutz fürs Heim greift. Denn der gilt nur für dauerhaft bewohnte Häuser. Wer länger unterwegs sein möchte, etwa weil er im Süden überwintert oder eine ausgedehnte Weltreise plant, sollte sich vorher mit seinem Versicherer in Verbindung setzen.

Und auch von außen muss das Heim für den Urlaub nicht extra abgesichert werden. "Schäden am Haus, etwa durch einen Sturm während der Abwesenheit, sind durch die Gebäude- oder die Hausrat-Versicherung abgedeckt", sagt Archangeli. Zusätzliche Angebote braucht es hier nicht.