Neue AGB der Banken EC-Karte weg - macht 150 Euro

Versteckt zwischen juristischen Worthülsen führen die Banken Ende Oktober neue Regeln für den Zahlungsverkehr ein. Nicht immer zum Vorteil ihrer Kunden.

Von Marco Völklein

Ein ganzer Haufen Papier, eng bedruckt, gespickt mit allerlei unverständlichem Juristendeutsch, landet derzeit in Millionen deutscher Haushalte. Die Banken und Sparkassen stellen zum 31. Oktober 2010 ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) um - und verstecken zwischen den ganzen juristischen Worthülsen zum Teil auch einige Verschlechterungen für die Kunden. So werden künftig viele Bankkunden beim Verlust ihrer EC-Karte für einen Teil eines eventuell entstehenden Schadens selbst haften müssen. Ein Überblick:

Wenn die EC-Karte verlorengeht oder gestohlen wird und ein Fremder Geld abbucht, muss der Kunde demnächst bis zu einer Höhe von 150 Euro selbst haften.

(Foto: Foto: ddp)

Warum werden die Bedingungen eigentlich geändert?

Ende Oktober tritt eine EU-Richtlinie in Kraft, die die Zahlungsbedingungen im Europäischen Wirtschaftsraum vereinheitlichen soll. Aus diesem Grund müssen die Banken ihre AGB nun ebenfalls anpassen. "In vielen Punkten haben sich die Bedingungen für die Bankkunden verbessert", sagt Jens Dietrich von der Verbraucherzentrale Sachsen - so sollen Überweisungen im europäischen Binnenmarkt künftig wesentlich schneller beim Empfänger ankommen. "In einigen Punkten ergeben sich aber auch Nachteile für die Kunden", sagt Dietrich. Dazu zähle zum Beispiel die neue Haftungsregelung, wenn einem Kunden die EC-Karte abhandenkommt. "Für die Kunden bedeutet das, dass sie genau wissen müssen, was sich ändert", sagt Dietrich. Andernfalls drohen böse Überraschungen.