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Krise in Europa:Das Schicksal des Euro

Zur Rettung von Irland gibt es keine Alternative - behaupten Politiker. Da müssen die Alarmglocken schrillen, denn wenn Politiker so etwas sagen, gibt es immer Alternativen. Doch welche sind das? Und wie teuer sind sie?

Der Euro ist sicher, sagt die CDU-Kanzlerin. Die Euro-Zone droht zu zerbrechen, sagt der SPD-Chef. Die Bürger staunen ob dieser Widersprüche und fürchten um ihr Geld, ihren Wohlstand. Irland muss gerettet werden, es gibt keine Alternative, sagen (nun parteiübergreifend) Politiker in Regierungsverantwortung und solche, die früher in Verantwortung waren. Wenn Politiker davon sprechen, dass es keine Alternative gibt, schrillen die Alarmglocken. Denn natürlich gibt es immer eine Alternative. Es fragt sich nur, wie teuer sie wird.

Vom EU-Beitritt Rumaeniens und Bulgariens finanziell profitieren

Die EU soll keine Transferunion werden? Sie war doch schon immer eine, damit sollte man sich abfinden und das Verfahren in dieser Transferunion regeln.

(Foto: ddp)

Die Alternativen: Angenommen, die Euro-Staaten klappten ihren Rettungsschirm wieder zu und ließen die Iren im Regen stehen, die zur Begleichung ihrer Schulden neues Geld brauchen, das die Finanzmärkte nicht mehr geben wollen. Dann würden die Iren sich noch eine Weile durchhangeln und wären am Ende dennoch zahlungsunfähig. Ökonomisch müsste das keine Katastrophe sein. Irland wäre gezwungen, aus dem Euro auszutreten. Es könnte seine alte Währung wieder einführen und abwerten. Deswegen finden viele Ökonomen diese Idee ganz gut, theoretisch.

Praktisch aber wäre in Irland der Teufel los, und nicht nur dort. Noch bevor es zur Einführung der neuen alten Währung käme, würden die Iren ihre Banken stürmen, um an ihre Euros zu kommen; das System bräche zusammen. Ein Land in dieser Lage versinkt, je nach Charakter seiner Bewohner, mehr oder weniger stark im Chaos. Könnte das den Deutschen egal sein, weil Irland weit weg ist?

Nein, denn die Folgen der irischen Tragödie kämen wie der Wind übers Meer. Die Panik der Sparer würde sich auf andere Länder ausbreiten, und es käme auch anderswo zum "Bankrun": in den schwachen Staaten Portugal, Spanien, Italien, aber womöglich auch hierzulande.

Deutsche Investoren haben in Irland gut 100 Milliarden Euro angelegt. Ein irischer Bankrott würde wie die Wellen eines Erdbebens wirken. Die selben Regeln hätten übrigens gegolten, wenn man vor einigen Monaten die Griechen ihrem Schicksal überlassen hätte. Der wirtschaftliche Schaden wäre geringer gewesen als jetzt bei Irland, der politische genauso brutal.