Geldautomaten-Gebühren Kartellamt ermittelt gegen Banken

Das Kartellamt prüft einem Bericht zufolge 280 deutsche Banken. Sie sollen zu hohe Geldautomaten-Gebühren von Kunden anderer Kreditinstitute verlangen.

Das Bundeskartellamt nimmt wegen kräftig gestiegener Gebühren an Geldautomaten zahlreiche Banken unter die Lupe. "Dem Bundeskartellamt liegen Beschwerden von Personen und Kreditinstituten über die Höhe der Entgelte vor", sagte ein Sprecher der Behörde der Zeitung Euro am Sonntag. "Diese Beschwerden werden geprüft."

Das Kartellamt habe Fragebögen an mehr als 280 Kreditinstitute verschickt und ihnen zur Beantwortung eine Frist bis Ende März gesetzt, zitierte das Blatt den Sprecher. Danach solle über die Einleitung eines formellen Verfahrens entschieden werden. Im Raum stünden die Fragen, ob Banken den Wettbewerb beschränkten, Konkurrenten diskriminierten oder sogar eine marktbeherrschende Stellung missbrauchten. Überprüft würden bundesweit tätige Banken sowie regionale Geldinstitute in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Einer im Januar veröffentlichen Studie der Finanzberatung FMH zufolge sind die Gebühren für die Nutzung eines verbundfremden Geldautomaten teils kräftig gestiegen. Verbraucher, die mit ihrer Karte an einem Automaten Geld abheben, der nicht zu ihrer jeweiligen Bankengruppe gehört, mussten demnach zu Jahresbeginn im Schnitt Gebühren von 5,64 Euro bezahlen, 13 Prozent mehr als ein halbes Jahr zuvor.

Manche Institute hätten in dieser Zeit sogar die Kosten für die Nutzung der Karten auf bis zu zehn Euro verdoppelt. Am meisten bezahlen müssten Kunden einzelner Sparkassen und Genossenschaftsbanken, hieß es in der Studie. Die in Frankfurt ansässige FMH hatte für die Studie etwa 200 Banken befragt.