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Finanzen kompakt:Übernahme der Privatbank Merck Finck verzögert sich

Die Übernahme der traditionsreichen Münchner Privatbank Merck Finck durch die indische Hinduja-Gruppe wird nach Aussage des Bankchefs durch die Aufsichtsbehörden verzögert. Die Prüfungen der Behörden seien langwierig, "das haben wir vielleicht etwas unterschätzt", sagte Merck-Finck-Chef Michael Krume der Börsen-Zeitung. Seiner Ansicht nach könnte der Verkauf bis Ende des ersten Quartals abgeschlossen werden.

Ursprünglich war der Abschluss für das dritte Quartal 2010 geplant. Die Verzögerungen seien auch durch die Struktur der beteiligten Unternehmen zu begründen, sagte Krume. Da sei zum einen die Hinduja- Gruppe, die als Familienunternehmen keinen konsolidierten Abschluss zeige oder ihr Vermögen nenne. Zum anderen sei Merck-Finck eine Bankengruppe, die aus zehn Einzelunternehmen in verschiedenen europäischen Ländern bestehe.

Die Zentralbanken der betroffenen Länder hätten wiederum alle unterschiedliche Genehmigungsverfahren. Der belgische Bankkonzern KBC hatte im Mai 2010 seine Privatbanktochter KBL epb, zu der MerckFinck seit rund zehn Jahren gehörte, an Hinduja Group verkauft. Für die Übernahme zahlten die Inder 1,35 Milliarden Euro. Die 140 Jahre alte Traditionsbank Merck Finck betreut an 20 Standorten in Deutschland reiche Privatkunden.