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Finanzen kompakt:Ansichten eines Betrügers

Milliarden-Betrüger Bernard Madoff äußert sich erstmals seit seiner Verhaftung über sein illegales System, die Rolle der Banken und die Dramen in seiner Familie. Außerdem: Die Bundesbank-Gewinne verringern sich. Das Wichtigste in Kürze.

Der zu 150 Jahren Haft verurteilte Milliarden-Betrüger Bernard Madoff hat Banken und Hedge-Fonds vorgeworfen, bei seinem illegalen Schneeballsystem "bewusst weggesehen" und nichts unternommen zu haben. "Sie mussten es wissen", sagte der 72-Jährige in einem Interview mit der New York Times. "Die Einstellung war aber nach der Art: 'Wenn Du was Falsches machst, wollen wir es nicht wissen.'"

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- FILES - Bernard Madoff leaves US Federal Court after a hearing regarding his bail on January 14, 2009 in New York. Irving Picard, Securities Investor Protection Act Trustee, blamed banks for consciously being engaged in Madoff's fraud, after the writ of summons was published on February 3, 2011. AFP PHOTO / TIMOTHY A. CLARY

(Foto: AFP)

Madoff äußerte sich im Besuchsraum der Haftanstalt in Butner (US-Bundesstaat North Carolina) - laut Zeitung war es das erste seit seiner Inhaftierung im Dezember 2008. Madoff habe dabei deutlich dünner gewirkt. Er habe einen khakifarbenen Häftlingsanzug getragen. In dem Interview unterstrich Madoff erneut, seine Familie habe nichts von seinen illegalen Machenschaften gewusst. Er habe sich nie vorstellen können, dass der Zusammenbruch seines Betrugssystems sich so zerstörerisch auf seine Familie auswirken könne.

Madoffs Angehörige waren mit Klagen überzogen worden. Sein Sohn Mark nahm sich im Dezember 2010 das Leben. Nach Schätzungen soll Madoff über Jahrzehnte hinweg bei mehreren tausend Investoren rund 20 Milliarden Dollar eingesammelt und in einer Art Schneeballsystem angelegt haben. Es war der größte Wirtschaftsbetrug der Geschichte. 2009 wurde Madoff zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Fälle Madoff und Kerviel

Milliarden-Abzocker vor Gericht

Bundesbank macht weniger Gewinn

Der Gewinn der Bundesbank dürfte einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Jahr nur noch drei Milliarden Euro betragen haben. Der erneute Rückgang sei wie im Jahr zuvor auf niedrigere Zinserträge zurückzuführen, berichtete die Tageszeitung Die Welt unter Berufung auf Schätzungen der BHF-Bank. Sollten sich diese bestätigen, blieben keine Mittel für den Schuldenabbau des Bundes übrig, hieß es.

Die Bundesbank überweist ihren Überschuss an den Bund, drei Milliarden Euro sind bereits im Haushalt 2011 vorgesehen. Im Jahr 2009 erzielte die Notenbank einen Überschuss von 4,1 Milliarden Euro. Davon flossen 3,5 Milliarden in den Bundeshaushalt, die restlichen 600 Millionen Euro wurden eingesetzt, um die durch die Konjunkturpakete entstandenen Schulden zu tilgen.

2008 hatte der Gewinn noch 6,3 Milliarden Euro betragen. Den bisher höchsten Gewinn erzielte die Bundesbank 1997 mit 12,4 Milliarden Euro.

Société Générale versechsfacht Gewinn

Die französische Großbank Société Générale hat im vergangenen Jahr ihren Gewinn versechsfacht. Er sei auf 3,92 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Bank mit. Als Hauptgrund nannte die Bank niedrigere Risikokosten.

Für das kommende Jahr strebt die Bank weiter einen Gewinn von sechs Milliarden Euro an. Im vierten Quartal stieg der Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal fast um das Vierfache auf 874 Millionen Euro. Die Erwartungen der Analysten wurden damit leicht übertroffen.

Der Konkurrent BNP-Paribas will am Donnerstag seine Zahlen vorlegen. Anfang 2008 war die Bank mit einem Spekulationsverlust von 4,9 Milliarden Euro und dem Skandal um den Händler Jérôme Kerviel in die Schlagzeilen geraten.