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EZB verdoppelt Grundkapital:Helft dem Euro!

Die Europäische Zentralbank um ihren Chef Jean-Claude Trichet verdoppelt ihr Kapital. Das ist ein dramatischer Schritt - und ein deutliches Warnsignal. Die EZB nimmt die Politik in die Pflicht.

Die Europäische Zentralbank verdoppelt ihr Kapital. Das klingt nicht nur dramatisch, es ist auch dramatisch. Die Mannschaft um EZB-Präsident Jean-Claude Trichet signalisiert Politikern und Bürgern, dass sie nicht allein den Euro retten kann. Sie hat bereits Staatsanleihen von über 70 Milliarden Euro gekauft. Auch Pfandbriefe und andere Wertpapiere zweiter Wahl schlummern in erheblichem Umfang in ihren Bilanzen. Sollten diese Wertpapiere stark an Wert verlieren, dann schreibt die Notenbank Verluste. Diese Verluste versucht sie nun durch ein dickeres Kapitalpolster abzusichern.

EZB verdoppelt Grundkapital

Die Europäische Zentralbank, geleitet von Jean-Claude Trichet, soll künftig über doppelt so viel Grundkapital wie bisher verfügen.

(Foto: dpa)

Kapitalgeber der EZB sind die nationalen Notenbanken, allen voran die Bundesbank. Bisher hat sie 1,1 Milliarden Euro im Eurotower angelegt, künftig werden es also 2,2 Milliarden Euro sein. Für diese Aktion muss die Bundesbank keine Reserven auflösen. Nicht einmal ihr Gewinn, den sie an den Bund abführt, muss sie dadurch schmälern. Es reicht eine Umbuchung, in dem sie Währungsreserven an die EZB überträgt.

Aber es wäre ein fatales Missverständnis, die Kapitalerhöhung als einen Trick der Buchhalter abzutun. Denn auch eine Forderung der Bundesbank an die EZB ist ein Versprechen auf die Zukunft, das im Zweifel eingelöst werden muss. Die letzte Instanz ist auch in diesem Fall der Steuerzahler, denn das Kapital der Bundesbank gehört ihm.

Eine Notenbank kann nicht pleitegehen, weil sie zur Not immer noch Geld drucken wird. Aber gerade das sollte sie vermeiden, denn sie soll den Wert des Geldes erhalten und nicht inflationieren. Die EZB gibt deshalb zu Recht einen Warnschuss in Richtung Politik ab mit dem Signal: helft dem Euro.