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Sorge um Schlagkraft des EFSF-Schirms:Welches Land gehört zu den großen Sorgenkindern?

Geplant ist, dass auch Griechenland künftig aus dem EFSF geholfen wird. Bisher finanzieren die Euro-Länder das erste griechische Hilfspaket mit bilateralen Krediten. Die neue Summe steht noch nicht fest, EU-Diplomaten gehen jedoch davon aus, dass es sich um rund 80 Milliarden Euro handeln könnte.

Zieht man also von den 17 Euro-Ländern die sechs mit bester Kreditwürdigkeit benoteten und die drei bereits mit Finanzhilfen wirtschaftenden Länder ab, bleiben acht übrig. Welches von diesen acht Ländern gehört tatsächlich zu den großen Sorgenkindern, die demnächst Finanzhilfen beantragen könnten?

Slowenien, Estland und die Slowakei zählen jedenfalls nicht dazu. Dort liegen die Schuldenberge deutlich unter den erlaubten 60 Prozent, bezogen auf die Wirtschaftskraft. Die Kreditwürdigkeit der drei osteuropäischen Länder ist ebenfalls passabel, alle drei werden im Bereich der Note A bewertet. Das bedeutet, dass sie zwar nicht zu den besten Schuldnern gehören, dass aber im Großen und Ganzen keine Zweifel daran bestehen, dass die Regierungen ihre Schulden zurückzahlen werden - nur eben mit höheren Risikoaufschlägen als die mit der Bestnote bewerteten Länder.

Damit bleiben fünf Länder übrig, darunter die wirtschaftlichen Leichtgewichte Zypern und Malta. Um Malta muss sich der Euro-Klub keine größeren Sorgen machen. Der Schuldenberg und die Neuverschuldung liegen beinahe in den vorgegebenen Grenzen, die Noten der Ratingagenturen liegen im Bereich A für passable Kreditwürdigkeit. Zypern steht weitaus schlechter da. Zwar ist der Schuldenberg nicht höher als erlaubt, allerdings lahmt die Wirtschaft, weshalb die Bonitätsprüfer Zypern schlechtere Noten geben. Sie meinen, dass diejenigen, die Zypern Geld leihen, sich dies mit höheren Risikoaufschlägen belohnen lassen sollten. Bereits im Sommer kursierten Gerüchte, wonach Zypern Finanzhilfen beantragen könnte. Das passierte zwar nicht, aber selbst wenn ein Antrag käme, läge die Summe nach Ansicht von EU-Diplomaten "im kleinen zweistelligen Milliardenbereich".

So bleiben am Ende noch drei Länder übrig: Belgien, Italien und Spanien. Alle drei mussten in den vergangenen Tagen hohe Risikoaufschläge zahlen, um ihre Schuldscheine verkaufen zu können. Und alle drei bangen, dass sie künftig noch mehr Geld zahlen müssen, um ihre alten Schulden zu refinanzieren - was sie schlicht in den Ruin treiben würde.

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