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Die großen Erbfälle:Picasso, ein Villen- und Frauensammler

Pablo Picasso war der reichste Künstler aller Zeiten. Um sein Erbe stritten all die Frauen und Kinder, die er um sich versammelt hatte. Doch schon zu Lebzeiten manipulierte der Exzentriker sein Umfeld.

Er ist einer der bekanntesten Künstler aller Zeiten. Er erfand die Malerei neu wie kaum einer vor ihm. Er war der reichste Künstler aller Zeiten. Viele Frauen liebten ihn, und kaum eine schaffte es, ihn zu verlassen, egal, wie schlecht er sie behandelte. Das alles macht Pablo Picasso zu einer faszinierenden Person. Und zu einem der bizarrsten Erbfälle, die das 20. Jahrhundert sah.

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Pablo Picasso 1971: Und ewig streiten die Erben.

(Foto: AFP)

Picasso kommt 1881 stumm auf die Welt, das Baby schweigt, bis ihm ein Onkel Zigarrenrauch ins Gesicht bläst. Schon als Jugendlicher zeichnet er so gut, dass sein Vater, selbst Maler, den Pinsel frustriert für immer aus der Hand legt. Mit 18 zieht er in ein Bordell und skizziert Erotisches.

Dann geht er nach Paris und entwickelt seine Kunst, im unbeheizten Zimmer eines verfallenden Hauses. Malt Gaukler, die so hungrig sind wie er. Seine berühmte "blaue Periode" soll dem Umstand zu verdanken sein, dass die blaue Farbe am billigsten zu erwerben war.

Picasso schafft alles neu, er zerhackt das Gegenständliche und setzt die Einzelteile von Lebewesen neu zusammen. Am Ende hat sich der Blick der Menschheit auf Bilder verändert. Bis sich seine Werke gut verkaufen, dauert es ein paar Jahre. Mit 40 aber ist er reich, fängt an, Villa um Villa zu kaufen.

Frauen beginnt er schon vorher zu sammeln. In seinen Beziehungen ist er dominant, manipulativ, besitzergreifend; los lässt er nicht mehr. Kaum eine, die er erst anbetet und dann anherrscht, kann sich je seinem Sog entziehen, seiner Mischung aus Sanftheit und Strenge.

Kampf um das Erbe

Aus diesem Liebeswirrwarr all der Frauen und Kinder kommen die Auseinandersetzungen, die nach seinem Tod 1973 um das Erbe entspringen. Picasso hinterlässt ein Vermögen im Wert von ein paar hundert Millionen, es sind außer ein paar Immobilien vor allem Werke: 2000 Gemälde, 1300 Skulpturen, mehr als 12.000 Skizzen.

Jetzt kommen Animositäten, Verletzungen und Ansprüche hoch, es sind vor allem vier Frauen beziehungsweise ihre Nachkommen, die um das Erbe des 91-jährigen Jahrhundertkünstlers kämpfen.

Da ist Picassos Sohn Paulo, Sohn von Olga Koklowa, der nie einen Platz im Leben neben seinem übermächtigen Vater gefunden hat, der trinkt, seit er erwachsen ist. Picasso hatte die russische Tänzerin Olga 1917 in Rom kennengelernt, er holt sie nach Paris.