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Deutsche Bank:Achleitner wird der neue Mr. Germany

Er ist Österreicher, Investmentbanker - und künftig einer der mächtigsten Männer der deutschen Wirtschaft. Paul Achleitner übernimmt den Posten des Aufsichtsratschefs bei der Deutschen Bank. Ein Überblick über sein Leben und sein Netzwerk.

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Bilanz-Pressekonferenz Allianz SE

Quelle: dapd

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Noch ist dieser eher unscheinbare Mann der breiten Öffentlichkeit unbekannt - zu Unrecht. Schon jetzt ist der Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner ein höchst einflussreicher Manager. In acht Monaten soll er als Nachfolger von Clemens Börsig - und anstelle des lange favorisierten Josef Ackermann - den Posten des Aufsichtsratschefs bei der Deutschen Bank einnehmen. Dann ist der 55-jährige Österreicher so mächtig, dass er mit Gerhard Cromme um die Bezeichnung "einflussreichster Manager in Deutschland" buhlen kann.

European Council Summit

Quelle: Bloomberg

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Zuletzt nahm er eine wichtige Rolle bei der Diskussion um die Zukunft der europäischen Gemeinschaftswährung ein. Das, was in den vergangenen Wochen so intensiv als "Hebel" diskutiert wurde und auf dem Krisen-Gipfel im Oktober (im Bild) beschlossen wurde, geht auch auf ein Modell von Achleitner zurück. Er ...

Paul Achleitner

Quelle: picture-alliance/ dpa

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... hatte die Versicherungsversion des "Hebels" konzipiert. Danach garantiert der Euro-Rettungsschirm privaten Investoren, im Fall einer Pleite 20 Prozent der Ausfallsumme zu übernehmen. Doch das Wort "Hebel" mag er überhaupt nicht, er redet lieber von "Anleihenversicherung".

SCHRÖDER ERHÄLT BERICHT ZU UNTERNEHMENSRECHT

Quelle: DPA/DPAWEB

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Achleitner genießt offenbar das Vertrauen der Politik. So war er beispielsweise Mitglied jener Kommission, die den sogenannten Corporate Governance Kodex entwickelte. Das Regelwerk enthält Vorschläge, wie Chefs ihre Unternehmen führen sollen - gegen die übrigens Josef Ackermann verstoßen hätte, wäre er bei der Deutschen Bank direkt vom Vorstands- auf den Aufsichtsratsvorsitz gewechselt.

Im Bild: Der Vorsitzende der "Corporate Governance", Theodor Baums (rechts), übergibt im Sommer 2001 dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder den ersten Bericht der Kommission.

Volkswagen besiegelt Mehrheitserwerb bei MAN

Quelle: dapd

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Schon jetzt sitzt Achleitner in zahlreichen Aufsichtsräten, bei den Dax-Konzernen Bayer, MAN und RWE. Zudem ist er Mitglied des Gesellschafterausschusses bei Henkel.

Commerzbank und Dresdner Bank

Quelle: dpa

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Die meisten rühmen Achleitner als gewieften Investmentbanker, doch einige in der Branche lasten ihm noch heute einen der misslungensten Bank-Deals der jüngeren Geschichte an. Er war 2001 als Finanzvorstand der Allianz für die Übernahme der Dresdner Bank verantwortlich. Der Konzern hatte Glück, dass er das Institut noch vor dem Lehman-Kollaps 2008 an die Commerzbank verkaufte - die dann später vom Staat gerettet werden musste.

SCHULTE NOELLE ACHLEITNER

Quelle: AP

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2000 war Achleitner zur Allianz gekommen (hier im Bild mit dem damaligen Konzernchef Henning Schulte-Noelle). Er hatte in St. Gallen und Harvard studiert sowie für die Unternehmensberatung Bain & Company sowie als  Chef der Deutschlandzentrale für die Investmentbank Goldman Sachs gearbeitet.

Diekmann, CEO of Europe's biggest insurer Allianz SE, is welcomed by CFO Achleitner before company's annual news conference in Munich

Quelle: REUTERS

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Bei der Allianz blieb er immer Finanzvorstand, ein Aufstieg zum Vorstandschef schien ausgeschlossen, weil der jetzige Unternehmensleiter Michael Diekmann (im Bild links) nur unwesentlich älter ist. Zwischenzeitlich galt er als Kandidat für den Chefposten bei der Deutschen Börse, doch das zerschlug sich.

Nun wird aus dem Österreicher der neue Mr. Deutschland.

© sueddeutsche.de/aum/hgn/gba

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