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China: Yuan-Aufwertung:Es geht um die Wurst

Autos, Bier, Küchen - Hauptsache "Made in Germany". Nur wenige Chinesen konnten sich das bis jetzt leisten. Die Yuan-Aufwertung macht deutsche Produkte erschwinglicher.

"Deutsch" heißt das Zauberwort. Wer in China beim Protzen mit Konsumgütern Eindruck hinterlassen will, der legt die Spur nach Deutschland. Das gilt nicht nur für Autos. Grundsätzlich gelten deutsche Produkte als zuverlässig und hochwertig.

Bratwurstmeisterschaft

Bier und Wurst Fernost: Deutsche Produkte sind in China besonders beliebt, aber auch sehr teuer. Die Aufwertung des Yuan kann das ändern.

(Foto: dpa)

Chinesische Anbieter machen sich dieses Image zu Nutze, indem sie Produkte deutsch taufen, die nur eine einzige Schraube aus Deutschland enthalten. Dadurch lassen sich höhere Preise rechtfertigen. Doch für viele Chinesen sind Produkte aus Deutschland zu teuer. Die Aufwertung des Yuan wird nun einer breiteren Schicht Zugang zu Importen Made in Germany oder Produkten deutscher Hersteller ermöglichen.

Das Prädikat Deutsch wirbt zum Beispiel auch für Kücheneinrichtungen. In Pekinger Baumärkten locken Anbieter mit der deutschen Qualität der Arbeitsplatte. Diese oder andere Komponenten seien in Joint Ventures mit deutscher Beteiligung in China hergestellt, heißt es dann. Einen Beweis bleiben die meisten schuldig.

Teuer - aber deutsch

Weniger leicht hinters Licht führen können die Betreiber von Elektromärkten ihre Kunden. Waschmaschinen, Spülmaschinen, Staubsauger und sonstiges technisches Gerät sind zweifelsfrei als deutsche Produkte identifizierbar und deswegen besonders beliebt. "Ein deutscher Kühlschrank kostet mich 20 Prozent mehr. Aber ich weiß, dass er das Geld wert ist", sagt Xu Zhaotao, ein Angestellter, der mit 10.000 Euro Jahresverdienst knapp über dem Pekinger Durchschnittseinkommen liegt.

Die deutsche Lebensmittelbranche liefert vor allem Bier nach China. Auch deutsche Restaurants sind gut besucht. Bratwurst und Schweinshaxe sind echte Renner. Deutsche Schokolade findet man in vielen chinesischen Supermärkten.

Größeren Absatz finden im Sog der Urbanisierung auch Gebrauchsgüter wie Wandfarbe oder Lacke. Sportartikel oder Kinderspielzeug aus Deutschland sind im Trend bei denen, die es sich leisten wollen.

Deutsche Unternehmen liefern auch verstärkt die Utensilien, die für Ordnung im Büro und auf dem Schreibtisch sorgen. Und auf den Baustellen unterstützen deutsche Motoren, Pumpen, Tunnelbohrer oder Hydrauliksysteme die Arbeit. All das wird nun billiger.

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