Betriebliche Altersvorsorge Was passiert mit der Betriebsrente, wenn ich kündige oder meinen Job verliere?

Attraktiv ist die Betriebsrente, wenn ein Arbeitnehmer langfristig in einem Unternehmen beschäftigt ist. Knifflig aber wird es, wenn ein Jobwechsel ansteht. Die Übertragung von angesparten Ansprüchen hat ihre Tücken.

Von Katarina Lukac

Neben der gesetzlichen und der privaten Rentenversicherung bildet die betriebliche Altersversorgung (bAV) eine der drei vom Staat vorgesehenen Säulen der Altersvorsorge. Der Gesetzgeber hat den Anspruch auf Entgeltumwandlung rechtlich verankert. Das heißt, der Arbeitgeber muss auf Wunsch des Arbeitnehmers Teile dessen Verdienstes (Lohn, Gehalt, Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Boni) für die Betriebsrente ansparen, selbst wenn die Firma noch kein eigenes Programm hat. In welcher Form er das tut, entweder als Direktzusage, Unterstützungskasse, Pensionskasse, Direktversicherung oder Pensionsfonds und bei welchem privaten Anbieter, bleibt allein dem Arbeitgeber überlassen. Dank Gruppenrabatts kann er häufig günstigere Konditionen für den Versicherten aushandeln als dieser in Eigenregie. Der Vertrag läuft auf den Namen des Arbeitnehmers.

In der Ansparphase bietet das Modell Vorteile für den Arbeitnehmer. Denn: Bis zu einem bestimmten Höchstbetrag muss er auf den Betriebsrentenbeitrag keine Steuern und Sozialabgaben zahlen. Die späteren Leistungen aus der Betriebsrente dagegen sind voll steuerpflichtig; zudem verpflichten sie den Rentner in der Auszahlungsphase zur Beitragszahlung in die Kranken- und Pflegeversicherung. Das ist zum Beispiel bei der Riester-Rente nicht der Fall. Zugleich wird wegen der Sozialabgabenfreiheit für die betriebliche im Alter die gesetzliche Rente gekürzt.

Verluste bei Jobwechsel und Kündigung

Dass nur der Arbeitgeber die Wahlfreiheit hat, welches Renten-Modell er einführt, sehen Verbraucherschützer als Problem - aber nicht als das einzige. Vor allem bei Kündigung und Jobwechsel sind Verluste bei der Betriebsrente möglich. Um das auszuschließen, sollten sich Arbeitnehmer schon beim Vorstellungsgespräch über das Betriebsrenten-Modell beim neuen Arbeitgeber informieren.

Grundsätzlich können Arbeitnehmer die erworbenen Anwartschaften im Zuge der sogenannten Portabilität zum neuen Arbeitgeber mitnehmen, wenn sich alle Beteiligten einig sind. Das klingt zunächst mal gut: So wird die Aufteilung der betrieblichen Ansprüche in mehrere Kleinrenten bei verschiedenen Versorgern verhindert. In der Praxis stoßen Arbeitnehmer aber schnell an bürokratische Grenzen. Denn leider hat es der Gesetzgeber bisher versäumt, die praktische Umsetzung eindeutig zu regeln.

Rechtsanspruch auf Übertragung

Arbeitnehmer, die über eine Pensionskasse, Direktversicherung oder einen Pensionsfonds betrieblich gespart haben, haben einen Rechtsanspruch auf die Übertragung. Wer aber bei Direktzusagen oder Unterstützungskassen eingezahlt hat (und das ist der größte Teil der betrieblich versorgten Arbeitnehmer) hat diesen Anspruch nicht. In vielen Fällen bleibt dann nichts anderes übrig, als die Pensionsansprüche bis zum Rentenantritt vom alten Arbeitgeber verwalten zu lassen.