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BayernLB:Neuer Partner, dringend gesucht

BayernLB in Not: Verwaltungsratschef Fahrenschon zeigt sich offen für eine Fusion, doch Stuttgart und Frankfurt reagieren eher kühl.

Wenn es um die Zukunft ihrer Banken geht, haben sich Landespolitiker schon oft wendig gezeigt. Mal kokettierten sie damit, mit anderen Landesbanken zusammenzugehen, dann wieder teilten sie kräftig gegen die möglichen Partner aus. Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) tat am Dienstagabend beides: Der Verwaltungsratschef der BayernLB gab der WestLB, mit der die Münchner eben noch Fusionsverhandlungen geführt hatten, einen Tritt und nannte neue mögliche Partner.

Jahresrückblick -  BayernLB

Einen Zusammenschluss mit der WestLB wird es nicht geben, die BayernLB sucht weiter nach einem Partner.

(Foto: dpa)

Fahrenschon sagte im Club der Münchner Wirtschaftsjournalisten, im Laufe der Verhandlungen mit der WestLB habe sich herausgestellt, dass es sich eher um eine "Rettungsfusion" für die Düsseldorfer gehandelt hätte, daher sei es richtig gewesen, die Gespräche abzubrechen.

Fahrenschon nährte Spekulationen, dass die WestLB zerschlagen werden muss. "Ich kann nachvollziehen, dass in der Öffentlichkeit immer mehr der Eindruck entsteht, dass es schwierig wird, die WestLB als ganzes zu verkaufen", sagte Fahrenschon. "Wenn Sie so wollen, haben wir das als erste bemerkt."

Dagegen sieht der bayerische Finanzminister für die BayernLB gute Überlebenschancen. Die Landesbank liege mit der Neuausrichtung im Plan. Das ändere aber nichts daran, dass sich der Freistaat als Eigentümer zurückziehen möchte. Das sei Konsens in der Landesregierung. "Eine Zukunft alleine löst bei mir keine Blütenträume aus", sagte Fahrenschon. "Die BayernLB braucht allein zu lange, um die zehn Milliarden Euro Steuergeld zurückzuzahlen." Diesen Betrag hatte das Land in die Bank gesteckt, um Verluste aus Geschäften mit verschachtelten amerikanischen Immobilienkrediten sowie aus der Übernahme der maroden Bank Hypo Alpe Adria zu kompensieren.

"Ich kann mir weiterhin eine Konsolidierung im süddeutschen Raum vorstellen", sagte Fahrenschon. Man werde sich Gesprächen mit den Landesbanken Baden-Württembergs (LBBW) oder Hessen-Thüringens (Helaba) nicht verschließen. Seit einigen Wochen sondiert das Sparkassenlager Möglichkeiten, eine zentrale Landesbank um die Helaba herum zu bauen. Zu einer "Landesbank Mitte" könnte der Fondsdienstleister Deka gehören und möglicherweise Teile der WestLB. Fahrenschon bezeichnete eine Lösung rund um die Helaba als "interessant", die BayernLB sei aber noch nicht angesprochen worden. In Bankenkreisen gilt es zumindest als fragwürdig, ob die Münchner zu einem solchen Konstrukt als Zentralbank der Sparkassen passen, weil die bayerischen Sparkassen sich nach dem Finanzdebakel der vergangenen Jahre weitgehend aus der Landesbank zurückgezogen haben. Fahrenschon sagte, er könne sich mittelfristig auch den Einstieg privater Investoren bei der BayernLB vorstellen. Auch BayernLB-Chef Häusler hatte zuletzt signalisiert, dass er weiterhin für Zusammenschlüsse oder neue Eigentümer offen sei, sich aber nicht unter Zeitdruck sehe.

Bei der Landesbank Baden-Württemberg reagiert man kühl auf die Avancen Fahrenschons. "An Sandkastenspielen beteiligen wir uns nicht", wehrte LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter den Annäherungsversuch ab. "Die schiere Addition der Bilanzsummen ergibt noch kein Geschäftsmodell." Die LBBW ist noch mit sich selbst beschäftigt und will sich erst Ende 2011 auf Fusionsüberlegungen einlassen. Zwar erzielte sie im dritten Quartal erstmals seit langem wieder einen Quartalsgewinn von 143 Millionen Euro. Die Bank profitierte von der Erholung des schwäbischen Mittelstands und einer geringeren Risikovorsorge. Verluste bescherte jedoch der große Bestand an Staatsanleihen aus hoch verschuldeten EU-Staaten wie Irland, wo die Bank mit 200 Millionen Euro investiert ist. Für die ersten neun Monate weist die LBBW einen Verlust von 147 Millionen Euro.