Altersvorsorge: Riester-Rente:Viele Kunden tappen im Dunkeln

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In einem nun veröffentlichten Positionspapier fordert der VZBV deshalb eine stärkere Regulierung der Riester-Produkte. Dazu könnte etwa eine Deckelung der Kosten für Riester-Verträge gehören. Aber auch, dass der Staat für einfache, verständliche und kostengünstige Produkte sorge - etwa über eine Ausschreibung. "Wir müssen die schlechten Angebote vom Markt bekommen", sagt Dorothea Mohn. "Und wir brauchen leistungsstarke Produkte - gerne auch weniger als diese Masse, die es jetzt gibt."

Im Bundesfinanzministerium hält man indessen nichts von stärkeren staatlichen Eingriffen. "Ein Systemumbau wird derzeit nicht diskutiert", sagt eine Sprecherin. Man prüfe aber die Einführung eines Produktinformationsblatts für Riester-Verträge. Ähnlich wie bei Beipackzetteln für Bankprodukte könnten darin die wichtigsten Punkte des Vertrages für Verbraucher verständlich dargestellt werden - inklusive der Kosten.

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) schlägt indessen eine Gesamtkostenquote vor. Diese beziehe alle berechneten Kosten des Vertrages mit ein. Damit würden die Angebote vergleichbar. "Wir haben das unseren Mitgliedsfirmen bereits so unterbreitet - und es gibt auch schon einige Unternehmen, die das umsetzen", sagt Peter Schwark, beim GDV zuständig für die Altersvorsorge. Die Ökotest-Untersuchung hält Schwark für irreführend. Dort würden auf falschem Wege "maximale Kosten" berechnet. Die tatsächlichen Gesamtkosten seien deutlich geringer. Ohnehin seien für die Kunden weniger die Kosten entscheidend, "als das, was hinten rauskommt - also der Betrag, der dem Versicherten ab Rentenbeginn zur Verfügung steht."

Allerdings tappen auch da viele Kunden bei ihren Riester-Verträgen im Dunkeln. Etliche Versicherer weisen nämlich nicht aus, welches Kapital der Kunde bei Beginn der Rente als Garantieleistung erwarten kann. "Das ist aber ebenfalls notwendig, um die Angebote vergleichen zu können", sagt Verbraucherschützerin Pamela Bantle. Verbrauchern, die sich nach einem Riester-Vertrag umsehen, rät sie daher von Riester-Rentenversicherungen eher ab: "Sie sind einfach zu teuer und zu undurchsichtig."

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