Der schnellste Weg zur Milch

Während aufdringliche Werbung eher abschrecken dürfte, könnte der Komfortgewinn dank Augmented Reality manchen Skeptiker doch in den digital aufgemotzten Supermarkt locken. Hat er seine Einkaufsliste via entsprechender App in der Datenwolke abgelegt, leitet das Navigationssystem des Shops zielstrebig und auf dem kürzesten Weg durch den Regal-Dschungel - von den Kartoffeln vorbei am Tiefkühl-Gemüse zu Mülltüten und Hustenbonbons. Falls die Händler und ihre Supermarkt-Architekten mitspielen, heißt das. Immerhin ist es kein Geheimnis, dass Läden mehr verkaufen, wenn der Kunde möglichst lange braucht, um seinen Weg zu den gesuchten Waren zu finden. Dieses Problem lässt sich womöglich mit smarten Empfehlungen für zusätzliche Produkte mehr als ausgleichen. "Kunden, die diesen Artikel gekauft haben...", heißt es bereits jetzt auf diversen Online-Plattformen. Im Supermarkt wäre das dann auch möglich: Sie haben Müsli im Einkaufskorb? Dann brauchen Sie bestimmt auch Milch. Bitte hier entlang! Und wer sagt denn, dass der Weg zur Abteilung mit den Milchprodukten wirklich der kürzeste sein muss?

Bild: dpa 4. Februar 2015, 11:032015-02-04 11:03:53 © SZ vom 04.02.2015