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Cyberattacken:USA klagen sechs russische Regierungs-Hacker an

News conference at the Department of Justice in Washington

Der stellvertretende FBI-Chef David Bowdich und Fahndungsbilder von sechs mutmaßlichen Hackern des russischen Militärgeheimdienstes GRU.

(Foto: POOL/REUTERS)

Sie sollen an mehreren prominenten Cyberattacken der vergangenen Jahre beteiligt gewesen sein. Dazu zählt auch eine Attacke, die 2015 die Stromversorgung in Teilen der Ukraine unterbrach.

Die US-Behörden haben sechs mutmaßliche Hacker aus dem russischen Militärgeheimdienst GRU im Zusammenhang mit mehreren prominenten Cyberattacken der vergangenen Jahre angeklagt. Darunter ist auch der große Angriff mit einem Erpressungstrojaner "NotPetya" im Juni 2017, der unter anderem die Reederei Maersk und den Nivea-Hersteller Beiersdorf traf. Außerdem gehört dazu eine Attacke von Dezember 2015, die die Stromversorgung in Teilen der Ukraine unterbrach, wie aus der am Montag veröffentlichten Anklage hervorgeht.

IT-Sicherheitsexperten hatten schon seit Langem Hinweise auf russische Geheimdienst-Hacker als Drahtzieher der Attacken präsentiert. Vertreter des US-Justizministeriums äußerten sich am Montag nicht dazu, wieso die Anklage genau jetzt - rund zwei Wochen vor der US-Präsidentenwahl - präsentiert wurde. Zu den anderen Anklagepunkten gehören auch die Cyberattacke auf die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea sowie auf die Partei von Emmanuel Macron vor der französischen Präsidentenwahl 2017. Laut britischen Behörden spähte die Hacker-Einheit auch Organisatoren der Olympischen Sommerspiele in Tokio in diesem Jahr aus - die angesichts der Corona-Pandemie verschoben wurden.

Eine Reaktion aus Russland kam prompt mit klaren Zurückweisungen. Die Vorwürfe gegen sechs russische Bürger, die angeblich GRU-Mitarbeiter gewesen seien, würden nicht belegt, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Parlament, Leonid Sluzki, der Agentur Interfax zufolge. "Die neuen Anschuldigungen wegen einer Cyberattacke mit Ziel der Einmischung sind ein weiterer Schritt der Diskreditierung Moskaus", kritisierte er. Wie bei ähnlichen Vorwürfen in der Vergangenheit fehle es einmal mehr an "gewichtigen Beweisen - das ist alles aus der Reihe highly likely" ("höchstwahrscheinlich").

© SZ/dpa/mob/saul/mri
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