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Spotify:Musik für Hundeohren

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Hunde hören genauso gerne Musik wie ihre Besitzer - sagt Spotify.

(Foto: imago/Panthermedia)
  • Spotify bietet Playlisten für Haustiere an: Der Streamingdienst hat Musik für Hunde, Katzen, Vögel, Hamster und Leguane zusammengestellt.
  • Laut einer von Spotify selbst erhobenen Umfrage unter 5000 Haustierbesitzern in den USA, Großbritannien, Australien, Spanien und Italien haben 71 Prozent der Befragten ihren Haustieren schon einmal Musik vorgespielt.
  • Was die Tiere davon halten, ist allerdings noch nicht ausführlich untersucht worden.

Wenn nicht nur Herrchen und Frauchen bei "Living on a Prayer" von Bon Jovi ganz warm um Herz wird, sondern auch Bello und Waldi, dann bietet der Musik-Streamingdienst Spotify wohl den richtigen Service an: Seit vergangener Woche können Haustierbesitzer eine spezielle Playlist für ihre Haustiere erstellen lassen.

Denn laut einer von Spotify selbst erhobenen Umfrage unter 5000 Haustierbesitzern in den USA, Großbritannien, Australien, Spanien und Italien, haben 71 Prozent ihren Haustieren schon einmal Musik vorgespielt. Acht von zehn Haustierbesitzern glauben sogar, dass ihre Tiere Musik mögen, 46 Prozent, dass Musik den Tieren hilft, Stress abzubauen. Die beliebtesten Musikgenres unter Tierbesitzern sind klassische Musik und Soft Rock. Jeder fünfte Halter hat der Umfrage zufolge sein Haustier nach einem Musiker benannt. Zu den beliebtesten Namen zählen demnach Bob Marley, Elvis oder Freddie Mercury.

Die Playlisten basieren neben dem Musikgeschmack des jeweiligen Nutzers auch auf den Charaktereigenschaften ihres Haustiers. Zuerst muss der Besitzer wählen, für welches Tier eine Playlist erstellt werden soll: Hund, Katze, Vogel, Hamster oder Leguan. Danach muss er die Persönlichkeit seines Haustieres beschreiben und auf einer Skala zwischen entspannt und aktiv, zurückhaltend und aufgeschlossen, apathisch und neugierig auswählen. Im letzten Schritt muss noch der Name des Tieres eingegeben werden, auch ein Foto lässt sich hochladen. Jede Playlist besteht aus etwa 30 Liedern.

Neben der Playlist bietet Spotify auch einen Podcast für Hunde an

Der Streamingdienst hat 113 Millionen Abonnenten weltweit. Mit den Playlisten für Haustiere dürfte sich Spotify erhoffen, mit den Haustierbesitzern noch weitere Abonnenten locken zu können. Neben den Playlisten für Haustiere bietet Spotify in Großbritannien und den USA auch noch einen Podcast für Hunde an. Die Folgen mit Titeln wie "The Tail Begins" (tail ist Englisch für Schwanz und spielt auf tale, Englisch für Geschichte an) oder "Pup Fiction" (pup kurz für puppy, Englisch für Welpe, spielt mit dem Titel des Tarantino-Films "Pulp Fiction") sind jeweils fünf Stunden lang und beinhalten "speziell für den Podcast komponierte Musik und beruhigende Stimmen". Laut Spotify sollen die Podcast-Folgen dazu dienen, dem Hund Gesellschaft zu leisten, während die Besitzer nicht zu Hause sind. Wer also in Abwesenheit fünf Stunden Spotify laufen lässt, hat viel Zeit in der App des Streamingdienstes verbracht.

"Musik ersetzt auf keinen Fall die menschliche Gesellschaft bei Tierarten, die diese schätzen, und sollte auch nicht als Freibrief gesehen werden, seine Haustiere länger alleine zu lassen", sagt Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere bei Deutschen Tierschutzbund. Unterschiedliche Tiere reagieren unterschiedlich auf die Musikbeschallung. Die University of Glasgow hat bereits 2015 in einer Studie erforscht, dass das Stresslevel von Hunden deutlich sinkt, wenn ihnen klassische Musik vorgespielt wird. Die Hunde, die klassische Musik vorgespielt bekamen, bellten weniger häufig als Hunde in der Vergleichsgruppe. "Die meisten Kleinsäuger wie Kaninchen sind dagegen eher geräuschempfindlich und schreckhaft", sagt Gerlach.

Zu beachten sei außerdem, dass Boxen nicht auf Terrarien, Aquarien oder Gehege gestellt werden, da durch Basstöne starke Vibrationen weitergeleitet werden könnten, die bei den Tieren Stress oder Unbehagen hervorrufen können. Eine Playlist für Goldfische, Taranteln und Schlangen gibt es bei Spotify übrigens nicht: Diese Tiere könnten die Musik laut dem Streamingdienst ohnehin nicht hören.

© SZ.de/jab/mri
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