Spaten-Hackerin schlägt zu 75-Jährige kappt Armeniens Internet

Sie suchte Kupfer und fand eine Breitbandleitung: Eine georgische Rentnerin hat versehentlich das armenische Internet für Stunden lahmgelegt. Nun droht ihr eine Haftstrafe.

Ihre Tatwaffe war ein Klappspaten, die Folgen verheerend: Eine 75-jährige Georgierin hat bei der Suche nach Altmetall eine wichtige Breitbandleitung beschädigt und damit das Internet im Nachbarland Armenien lahmgelegt.

Klicks mit fatalen Folgen

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Die Rentnerin aus dem südgeorgischen Dorf Ksani hatte am 28. März mit ihrem Spaten nach Kupferleitungen gegraben, um diese an einen Metallhändler zu verkaufen. Dabei fand sie allerdings nur ein Glasfaserkabel. Offenbar in der Annahme, dies ebenfalls zu Geld machen zu können, durchtrennte die Frau die Leitung und nahm einen Teil davon mit.

Was die Frau nicht wusste: Bei der Leitung handelte es sich das zentrale Internetkabel, das Georgien mit Armenien verbindet. Da 90 Prozent des armenischen Internetverkehrs über Georgien laufen, konnten die dortigen Großprovider ArmenTel, FiberNet und GNC-Alfa ihren Kunden kein Internet zur Verfügung stellen. Für mehr als fünf Stunden waren Teile des Landes mit seinen 3,2 Millionen Einwohnern zwangsweise offline.

Über ein Warnsystem konnten die georgischen Behörden den Bruch in der Leitung schnell lokalisieren - nur wenige Stunden später nahm die Polizei die 75-Jährige fest. Die Frau soll "keine Komplizen" gehabt haben, heißt es aus dem Innenministerium.

Spitzname Spaten-Hackerin

"Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters haben wir sie bis zum Ende der Ermittlungen und ihrem Prozess auf freien Fuß gesetzt", erklärte ein Sprecher des Ministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Der Frau drohen aufgrund der Sachbeschädigung bis zu drei Jahre Haft.

Weshalb die 75-Jährige auf die Glasfaserleitung stoßen konnte, ist noch unklar. "Ich kann nicht begreifen, wie es dieser Frau gelungen ist, das Kabel zu finden und zu beschädigen", sagte ein Vertreter der Betreiberfirma Medienberichten zufolge. Möglicherweise hatten starker Regen und Schlammlawinen die Leitungen freigelegt.

Wie der Guardian berichtet, nennen georgische Medien die Frau nur noch "die Spaten-Hackerin".