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Soziale Netzwerke:Wie gefährlich sind Social Bots?

Social Bots verschicken Spam oder versuchen, Meinungen zu beeinflussen.

Social Bots sind eine Gefahr für die Demokratie - oder etwa nicht? (Illustration: Shutterstock)

  • Social Bots sind leicht zu programmieren und lassen sich zu Netzwerken zusammenschließen. Hunderttausende sind schon im Netz unterwegs.
  • Politiker befürchten, dass sie benutzt werden könnten, um Wählermeinungen zu beeinflussen - Experten sehen aber noch keine Belege dafür.
  • Social Bots seien eher ein Symptom eines Vertrauensverlustes in Politik und Medien.

Im Bundestag geht die Angst um. Nach Brexit, Trump-Wahl und dem Aufstieg der AfD befürchten die Abgeordneten, dass der anstehende Bundestagswahlkampf zu einer schmutzigen Schlacht wird, ausgetragen im Internet. Zwei Phänomene sind als besonders gefährlich ausgemacht worden: Fake News, also bewusst verbreitete Falschmeldungen. Und Social Bots, also Computerprogramme, die automatisiert Botschaften in sozialen Netzwerken verbreiten.

Solche Bots sind leicht zu programmieren; zusammengeschaltet zu Netzwerken von Zehn- oder Hunderttausenden Accounts können sie erheblichen Einfluss auf politische Debatten ausüben, so lautet zumindest die Befürchtung. Katrin Göring-Eckardt, die Fraktionschefin der Grünen, forderte daher kürzlich eine Kennzeichnungspflicht für Social Bots; die Unions-Innenminister aus Bayern, Hessen und dem Saarland wiederum wollen sie dem Strafrecht unterwerfen und die Betreiber der automatischen Profile haftbar machen.

Bots sind schwer zu erkennen

So weit, so hilflos. Praktisch steht so eine Regulierung vor mindestens zwei Hindernissen: Häufig werden die Bots vom Ausland aus betrieben und entziehen sich so der Macht deutscher Behörden. Und vor allem lässt sich kaum zuverlässig ermitteln, ob sich hinter einem einzelnen Account ein Mensch oder eine Maschine verbirgt.

Viel zitiert wurde eine Studie der Uni Oxford, wonach während der TV-Debatten zur US-Wahl Hunderttausende solcher Accounts allein auf Twitter unterwegs waren, vor allem aus dem Trump-Lager. Allerdings machen es sich die Forscher ziemlich einfach: Jeder Account, der im Durchschnitt mehr als 50 Botschaften zu einem bestimmten Schlagwort pro Tag verschickt, wird als Bot eingestuft. Es gibt sicher auch vereinzelt Menschen, die so viel schreiben.

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Andererseits fanden Forscher kürzlich ein Netzwerk aus 350 000 Bots, das seit 2013 weitgehend inaktiv ist. Die Wissenschaftler des University College London vermuten, dass das Netz auf einen Käufer wartet, der es dann zu seinen Zwecken einsetzen könnte. Um das Ausmaß des Phänomens grob abzuschätzen, mag die Methode der Oxford-Forscher also genügen. Für eine wirkungsvolle Regulierung müsste zunächst eine zuverlässigere Methode entwickelt werden.

Es gibt keine Belege, dass Social Bots wirklich Wähler beeinflussen

Vorher wäre aber noch zu klären, ob von den Social Bots überhaupt eine Gefahr ausgeht. Einer Antwort auf diese Frage versuchten sich in der vergangenen Woche gleich zwei Gremien des Bundestags zu nähern: Zuerst der Digitalausschuss, dann der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Beide hatten eine Menge fachkundiger Experten geladen, die teilweise sehr unterschiedliche Meinungen vertraten.