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Projektname Ara:Motorola plant Smartphone nach Lego-Prinzip

Was nicht passt, wird blockweise ausgetauscht. Das ist das Prinzip, nach dem die Google-Firma Motorola ein neues Smartphone zusammenstecken will. Allerdings dürfte die technische Umsetzung schwierig werden.

Wer dicke Finger hat, steckt sich eine Tastatur ans Smartphone. Wer will, dass es lange läuft, nimmt einen besseren Akku. Am Handy nach dem Baukastenprinzip versucht sich nun auch Motorola. Das Unternehmen, ein Pionier unter den Handyherstellern und mittlerweile Teil des Internetkonzerns Google, hat dazu das Projekt Ara angekündigt. Man wolle damit, so heißt es, bei der Hardware das schaffen, was Android bei der Software erreicht und es so zur treibenden Kraft in Smartphones gemacht hat.

Das Pendant Ara soll ebenfalls allen offen stehen: So könnten Hersteller nach ihren Bedürfnissen Prozessor, Bildschirm, Tastatur oder andere Bauteile kombinieren. Dazu will Motorola auch den niederländischen Designer Dave Hakkens mit ins Boot holen. Dieser hatte vor einigen Wochen für ein ähnliches Projekt namens Phonebloks knapp eine Million Menschen als Unterstützer gewonnen.

Solch ein Handy aus dem Baukasten hätte allerdings einige Nachteile: Liegen die einzelnen Komponenten eines Smartphones weiter auseinander, könnten elektronische Signale nicht mehr so schnell übertragen werden. Einzelne Module bräuchten zudem einzelne Gehäuse. Das würde das Telefon als Ganzes größer und schwerer machen. Die Materialkosten würden steigen. Die Hersteller bekommen die Bauteile derzeit auch deshalb so günstig, weil sie diese in Massen kaufen. Und in den Fabriken können sie so schnell und billig zusammengesetzt werden, weil die dortigen Arbeiter immer wieder dieselben Handgriffe machen.

Dave Hakkens hatte auf damaliges Nachfragen gesagt: "Technisch gesehen ist mein Produkt eine Lüge, aber man sollte es eher als Vision verstehen." Wie Motorola all dies lösen will? Kein Kommentar, heißt es nur von Unternehmensseite.

© Süddeutsche.de/vbe/hatr/mri
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